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Aktuell Welt

Snowden in Abwesenheit mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt

Die Preisgabe seines Wissens löste 2013 eine weltweite Diskussion darüber aus, wie extensiv Überwachungspraktiken der Geheimdienste sein dürfen. Auch wenn sie der "Terrorbekämpfung" dienen. Jetzt wurde Snowden geehrt.

Der frühere US-Geheimdienstmann und Whistleblower Edward Snowden ist nicht zur Verleihung des Right Livelihood Award nach Schweden geflogen, weil er eine Auslieferung an die amerikanischen Behörden befürchtete. Er wurde jedoch per Live-Übertragung zu der Feier im schwedischen Reichstag in Stockholm dazugeschaltet. An der Verleihungszeremonie nahmen Snowdens Vater Lonnie und sein deutscher Anwalt Wolfgang Kaleck teil.

Snowden, Enthüller der exessiven Überwachungs- und Spionagepraktiken des amerikanischen Geheimdienstes NSA, lebt derzeit in Russland. Dort hat er eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre.

"Ein öffentliches Interesse"

Stellvertretend für ihn nahm der Herausgeber und Chefredakteur der britischen Zeitung "The Guardian", Alan Rusbridger, der gemeinsam mit Snowden ausgezeichnet wurde, den Alternativen Nobelpreis entgegen.

Alan Rusbridger (Foto: dpa)

"Guardian"-Herausgeber Alan Rusbridger

Der "Guardian" hatte Snowdens Enthüllungen über die umfassenden NSA-Überwachungsprogramme veröffentlicht.

Die Right-Livelihood-Award-Stiftung würdigt Snowden, "weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt". Die Stockholmer Stiftung will nach eigenen Angaben Rechtskosten für Snowden finanzieren. Dem US-Amerikaner droht in seiner Heimat ein Strafverfahren.

Rusbridger wird "für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichen Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat", geehrt. Er habe gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt, urteilt die Jury.

Drei weitere Preisträger

Außer Snowden und Rusbridger erhielten drei weitere Personen Auszeichnungen mit einem Preisgeld von umgerechnet rund 160.000 Euro: die pakistanische Menschenrechtlerin und Anwältin Asma Jahangir, der Sri Lanker Basil Fernando von der Asiatischen Menschenrechtskommission und der US-Umweltaktivist Bill McKibben.

Der Alternative Nobelpreis wird von der Right-Livelihood-Award-Foundation seit 1980 jährlich an vier Personen oder Organisationen vergeben. Mit der Auszeichnung sollen Menschen gewürdigt und unterstützt werden, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten.

se/pg (dpa, kna)