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Technologie-Branche

Snapchat-Aktie stürzt nach schwachen Quartalszahlen ab

Auf die Euphorie des Börsengangs folgt die große Ernüchterung: Snap, die Firma hinter der Snapchat-App, erlebt ein weiteres Debakel. Ein wesentlicher Grund hierfür: Facebook.

Die Betreiberfirma der Foto-App Snapchat hat die Anleger auch mit dem zweiten Quartalsbericht nach ihrem Börsengang enttäuscht. In den drei Monaten bis Ende Juni weitete sich der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar (376 Mio Euro) aus, wie Snap nach US-Börsenschluss im kalifornischen Venice mitteilte. Der Umsatz stieg zwar um mehr als 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie des Messaging-Dienstes stürzte nachbörslich zeitweise um 14 Prozent ab.

Höhere Userzahl überzeugt auch nicht

Auch die höhere Nutzerzahl konnte Investoren nicht überzeugen. Die Zahl der täglich aktiven User stieg auf 173 Millionen, von 143 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum und 166 Millionen ein Quartal zuvor. Die Erlöse pro Nutzer legten von 50 Cent im Vorjahreszeitraum auf 1,05 Dollar zu, am Markt war jedoch ein noch größerer Zuwachs erwartet worden.

Bei seinem Börsendebüt am 2. März hatte das amerikanische Technologie- und Social-Media-Unternehmen seine Aktionäre noch verzückt, es war einer der größten Börsengänge in der Tech-Branche überhaupt. Die zu 17 Dollar verkauften Papiere stiegen um bis zu 44 Prozent. Am Ende des ersten Börsentages war Snap rund 34,5 Milliarden Dollar wert - obwohl das Unternehmen rote Zahlen schrieb, nicht mit Gewinnen rechnete und Aktionäre kein Mitspracherecht haben. Am Donnerstag fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent auf 12,93 Dollar. Snap brachte es immerhin noch auf einen Börsenwert von gut 16 Milliarden Dollar.

Facebook kopiert Funktionen

Damit liegt die Firma zwar weit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter. Das einst rasante Wachstum von Snapchat stockt bereits seit dem Herbst. Die Probleme, mit denen sich Snap-Chef und Mitgründer Evan Spiegel auseinandersetzen muss, sind nicht zuletzt der harten Konkurrenz durch Facebook geschuldet. Der Konzern, dessen Chef Mark Zuckerberg Snapchat einst kaufen wollte, aber bei Spiegel abblitzte, attackiert den aufstrebenden Wettbewerber schon länger heftig.

Facebook und die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram setzen Snapchat zu, indem sie wesentliche Funktionen kopieren. Mit Erfolg: Instagram hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen täglich aktive Nutzer. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

se/fab (rtr, dpa, afp)

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