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Aktuell Asien

Smog-Alarm: Indonesien ermittelt gegen Palmöl-Firmen

Seit Tagen dramatisch schlechte Luft in Singapur: Ursache sind Großfeuer auf Plantagen im indonesischen Sumatra. Nun wird wegen Brandstiftung gegen 14 Konzerne ermittelt. Greenpeace appelliert an die Palmöl-Hersteller.

Großbrände auf Palmöl-Plantagen der indonesischen Insel Sumatra sind nach Angaben der internationalen Umweltschutzorganisation Greenpeace für die dramatisch schlechte Luftqualität im benachbarten Singapur verantwortlich. Zwischen dem 11. und 21. Juni aufgenommene Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten Brandherde auf Anbauflächen von Konzernen aus Malaysia, Indonesien und Singapur, teilte Greenpeace in Djakarta mit. Die Organisation appellierte an die Palmöl-Produzenten, sofort Löschteams zu entsenden und künftig auf jegliche Waldrodungen zu verzichten.

Zuvor hatte das indonesische Umweltministerium erklärt, dass acht Konzerne für die Brände verantwortlich seien. Die Behörden ermittelten gegen mindestens 14 Plantagenfirmen wegen des Verdachts der Brandstiftung, teilte Umweltminister Balthasar Kambuaya mit. Brandrodung ist in Indonesien verboten.

Bedarf steigt - Preis steigt

Vor dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan zog die Nachfrage nach Palmöl merklich an und trieb die Preise auf den höchsten Stand seit März. Die Produktion des als Lebensmittel, aber auch als Bio-Kraftstoff verwendeten Pflanzenfetts könne mit den Exporten nicht mithalten, hieß es an der Börse in Kuala Lumpur.

Die berühmte Skyline vom Business-Distrikt Singapurs unter dichtem Smog (foto: REUTERS)

Die berühmte Skyline Singapurs unter dichtem Smog

Infolge der Waldbrände hatte die Luftverschmutzung in Singapur neue Rekordwerte erreicht. Der Smogindex überschritt dort nach Regierungsangaben den kritischen Wert 400, was für kranke und ältere Menschen lebensgefährlich sein kann. Ab der Marke 300 gilt Smog in dem Stadtstaat mit 5,3 Millionen Einwohnern als gesundheitsgefährdend. Bis zum Samstag war der Wert auf immer noch "gefährliche" 323 zurückgegangen.

Mundschutz-Masken ausverkauft

Die Behörden riefen die rund fünf Millionen Einwohner auf, Aktivitäten im Freien zu vermeiden. Die Armee wollte 200.000 Mundschutz-Masken an Bedürftige verteilen. Panikkäufe seien nicht nötig, sagte Verteidigungsminister Ng Eng Hen. Es gebe genug Masken für alle. Viele Läden hatten aber ihre sämtlichen Bestände schon am Freitag ausverkauft.

Obwohl sich das Problem der Rauchglocke über Singapur alljährlich wiederholt, war es noch nie so schlimm wie dieses Jahr. Spannungen zwischen den Regierungen beider Länder waren die Folge: Singapurs Umweltminister Vivian Balakrishnan reiste am Freitag nach Djakarta und forderte die indonesische Regierung auf, "entschieden und schnell zu handeln".

Die indonesischen Behörden versuchten die Brände mit künstlich erzeugtem Regen zu löschen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sollten Hubschrauber chemische Substanzen auf die Wolken über den betroffenen Gebieten Sumatras sprühen.

SC/uh (afp, dpa, rtre)