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Wirtschaft

Smartphones für Schwellenländer

Die Welt lechzt nach billigen Smartphones. Eine neue Allianz zwischen dem Apple-Zulieferer Foxconn und dem Firefox-Entwickler Mozilla will diese Nachfrage bedienen.

Das Firefox-Logo (Foto: LEON NEAL/AFP/Getty Images)

Logo Mozilla Firefox

Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn will zusammen mit Mozilla mehrere Geräte mit Firefox Betriebssystem entwickeln, darunter auch Tablets und Smartphones für Entwicklungs- und Schwellenländer. Die beiden Unternehmen gaben ihre Partnerschaft, die nicht auf Smartphones und Tablets beschränkt bleiben soll, auf der Computermesse Computex bekannt, die vom 4. bis 8. Juni in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh stattfindet. Dort wurde auch der Prototyp eines Firefox-OS-Tablets gezeigt.

Foxconn ist als Zulieferer für Apple, Dell, Microsoft und Sony bekannt - und hat bisweilen Schlagzeilen gemacht wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in seinen Werken auf dem chinesischen Festland. Das Software-Unternehmen Mozilla ist eine Tochter der nicht-kommerziellen Mozilla-Stiftung, die für die Entwicklung des beliebten Internet-Browsers Firefox bekannt ist. Mozilla will eigentlich zu den Guten der Netzindustrie gehören. Die Kooperation mit dem umstrittenen Zulieferer Foxconn sehen Beobachter denn auch als nicht ganz unproblematisch an.

Web-basierte Software

Mozilla-Chef Gary Kovacs (Foto: afp/Getty Images)

Mozilla-Chef Gary Kovacs hat schon in Barcelona das Firefox-OS vorgestellt

Das Smartphone-Betriebssystem Firefox ist offen und setzt nicht auf Apps, sondern vor allem auf das Internet - die Programme sollen aus dem Netz laufen, was den Bau von Smartphones günstiger machen soll. "Unsere webbasierte Mobil-Software verbraucht weniger Energie und Speicherkapazität als Android oder Apples iOS", so zitiert das "Wall Street Journal" Li Gong, den Vizechef der Bereichs Mobile Geräte bei Mozilla. "Sie bietet dieselbe Leistung bei niedrigeren Hardware-Kosten."

Firefox soll also den dominanten Systemen Android von Google und iOS von Apple Konkurrenz machen – allerdings hat auch Google ähnliche Smartphone-Pläne mit seinem Browser Chrome, der ebenso als Smartphone-Betriebssystem eingesetzt werden kann. Stoßrichtung von Foxconn und Mozilla sind die Schwellen- und Entwicklungsländer. Dort kommt der Wechsel von einfachen Handys zu Smartphones gerade erst in Schwung. "Wir sehen in den Schwellenmärkten, wo Kunden und Mobilfunkbetreiber nach bezahlbaren Smartphones lechzen, enorme Chancen", wird Li Gong weiter zitiert.

Schwellenmärkte angestrebt

Eine Frau mit Handy in Liberia (Foto: picture alliance/africamediaonline)

Auch in Entwicklungsländern wächst die Nachfrage nach Smartphones

Bereits im April hatte Mozilla in New York auf einer Konferenz des Technologie-Blogs "All things D" angekündigt, bis Ende des Jahres in mindestens 15 Ländern die billigen Firefox-Smartphones auf den Markt zu bringen, darunter Venezuela, Brasilien, Polen und Spanien. Im Februar hatte Mozilla auf der Handymesse in Barcelona mitgeteilt, 18 große Mobilfunk-Provider wollten Firefox-Geräte unterstützen, darunter auch die Deutsche Telekom.

Für Foxconn ist die neue Partnerschaft schon deshalb sinnvoll, weil das Geschäft mit seinen alten Handelspartnern nachlässt. Das Unternehmen bekommt die zurückgehenden Umsätze im PC-Markt deutlich zu spüren. Im "Wall Street Journal" erklärte ein ungenannter Foxconn-Manager, das Unternehmen wolle seinen Kundenstamm erweitern, um die in den letzten Jahren gesteigerten Produktionskapazitäten besser auszulasten.

Foxconn ist Tochter des taiwanesischen Konzerns Hon Hai Precision Industry und kommt als Auftragsfertiger offenbar an die Grenzen seines Wachstums. "Da sich die Dynamik seines wichtigsten Kunden - Apple - verlangsamt, gibt es die dringende Notwendigkeit, Geschäftsbereiche und Kunden zu diversifizieren", so zitiert das "Wall Street Journal" den Analysten eines taiwanesischen Marktforschungsinstituts.

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