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Wirtschaft

Smartphone-Hype in Barcelona

Für vier Tage ist Barcelona die Hauptstadt der mobilen Kommunikation: 1300 Aussteller zeigen auf der größten Mobilfunkmesse der Welt vom 14. bis 17. Februar neue Geräte und Anwendungen.

Nokias Smartphone-Flaggschiff N8 (Foto: dpa)

Bisher ein Flop: Nokias Smartphone-Flaggschiff N8

Der Mobile World Congress hat noch nicht begonnen, da liefert die Branche schon erste Schlagzeilen: So kündigte Hewlett-Packard Mitte der Woche den Start seiner Aufholjagd an: Mit einem Tablet-PC und zwei neuen Smartphones soll der Markt für mobile Endgeräte erobert werden. Am Freitag (11.02.2011) dann legte der finnische Handy-Hersteller Nokia nach: Er geht eine weitreichende Kooperation mit dem US-Software-Riesen Microsoft ein. Nokia-Smartphones, die tragbaren Mini-Computer, mit denen man auch telefonieren kann, sollen künftig mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 ausgestattet werden. Die neue Strategie soll den fortschreitenden Bedeutungsverlust des weltgrößten Handyherstellers stoppen. Die Finnen hatten zuletzt gegen die Konkurrenz von Apple, Google und anderen Anbietern Marktanteile bei den Smartphones verloren.

HP-Manager stellen neue Geräte vor (Foto: AP)

Neuer Anlauf: Smartphones und Tablet von HP

Nokia verkauft zwar immer noch die meisten Handys, doch bereits im Schlussquartal 2010 haben Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android Nokias Gegenstück Symbian den Rang abgelaufen. Microsoft wiederum ist auf den Zug der mobilen Betriebssysteme zu spät aufgesprungen. Phone 7 wird zwar von Experten als technologisch ausgereift und modern gelobt, von den Verbrauchern ist es bislang allerdings noch nicht auf breiter Front angenommen worden - das Geschäft machen andere.

Die Androiden kommen

Logo Betriebssystem Google Android (Quelle: Google)

Es werden immer mehr - Google Androiden

Denn der Gewinner heißt Google. Der Internet-Konzern steht nämlich mit seinem Betriebssystem Android nicht alleine da. Hinter dem offenen Standard steht eine Allianz von mehreren Dutzend Geräte-Produzenten und Mobilfunk-Betreibern. Ob Motorola, Samsung, ZTE oder HTC - Android-getriebene Handys beherrschen mit knapp 33 Prozent bereits den Weltmarkt, haben Analysten des Marktforschers Canalys herausgefunden. Und das ist nicht nur ein Prestige-Duell - es geht um harte Dollars. Denn Smartphones können über so genannte App-Stores mit neuen Anwendungen befüllt werden. Die kosten den Kunden zwar kaum etwas, aber die Masse macht's: Rund 15 Milliarden Dollar inklusive Werbeeinnahmen bei kostenlosen Apps werden in diesem Jahr in App-Stores umgesetzt, schätzen Analysten des Marktforschers Gartner.

Doch wenn sich die Mobilfunkbranche in Barcelona in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress trifft, sind die Smartphones längst nicht mehr die einzigen Stars auf der Bühne. Die Welle der Tablet-Computer ist von der Consumer Electronic Show in Las Vegas nach Spanien geschwappt. Die Branche freut sich über enorme Wachstumsraten: Knapp 45 Millionen verkaufte Tablets erwarten die Analysten der International Data Corporation (IDC) in diesem Jahr. Die Chancen stehen gut, dass die Fachmesse nach vier Jahren erstmals wieder die 50.000-Besucher-Marke überschreitet. Im vergangenen Jahr zählte der Veranstalter, die GSM Association, rund 49.000 Besucher aus 200 Ländern.

Smartphone-Feuerwerk

Samsungs Galaxy Tablet-PC (Foto: AP)

Tablets sind schwer im Kommen

Das Feuerwerk der Smartphone-Vorstellungen beginnt schon am Sonntag, dem Vorabend der Messe. Da will Sony Ericsson das Android-Smartphone Xperia Play vorstellen, eine Mischung aus Touch-Handy und Playstation Portable. Ein Shop für Spiele ist auf dem Handy vorinstalliert und soll demnächst auch für andere Android-Handys verfügbar sein. Auch Samsung setzt voll auf Android. Gleich drei Mittelklasse-Androids zeigt der Hersteller, dazu den Nachfolger seines Android-Flaggschiffs Galaxy S mit einem Zweikern-Prozessor. Damit dürfte klar sein, dass Samsungs eigenes Betriebssystem Bada OS kaum noch eine Zukunft hat.

Ab Montag zeigen dann auch die anderen Hersteller ihre Tablets und Smartphones. Der koreanische Hersteller LG will in diesem Jahr mit 3D beeindrucken: Ein 3D-fähiges Smartphone und ein 3D-fähiges Tablet stehen auf der Agenda. Viele große Namen aus der Softwarebranche sind mit von der Partie: zum Beispiel Oracle, Skype, Opera, Navigon und TomTom, die Apps für Apples mobiles Betriebssystem iOS, Android und andere Betriebssysteme entwickeln. Das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik will unter anderem ein Programm vorstellen, das die Übertragung von 3D-Filmen per Mobilfunk durch eine Kompression um bis zu 40 Prozent erleichtert - angeblich ohne Qualitätsverlust.

Autor: Rolf Wenkel

Redaktion: Henrik Böhme