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Aktuell Europa

Slowenien setzt erste Grenzzäune zu Kroatien

In den Gemeinden Brezice und Razkrizje nahmen Soldaten erste Arbeiten auf. LKW lieferten große Stacheldrahtrollen an. Noch am Vortag waren rund 7000 Menschen nach Slowenien gekommen.

Vorgesehen ist der Bau eines 80 bis 100 Kilometer langen Zauns. Regierungschef Miro Cerar hat bereits in den Vortagen betont, Slowenien wolle die Grenze nicht komplett dicht machen, man müsse aber den Flüchtlingsstrom kanalisieren.

Es sei wichtig, einen kontrollierten Zugang für die Migranten zu schaffen, um eine "humanitäre Katastrophe" zu verhindern. Allein am Dienstag seien mehr als 7000 Menschen nach Slowenien gekommen, machte Cerar die Größenordnung deutlich.

Merkel verzichtet auf Kritik

Seitdem Ungarn Mitte Oktober seine südliche Grenze zu Kroatien geschlossen hat, haben mehr als 170.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Österreich zuvor Slowenien durchquert. Bundeskanzlerin Angela Merkel verzichtete in Berlin auf direkte Kritik an der slowenischen Regierung. Der Fortschritt in Europa gehe leider nicht so schnell, wie es notwendig sei, sagte Merkel.

Sie bezog sich damit auf den schleppenden Aufbau der sogenannten Hotspots zur Registrierung und Verteilung von Flüchtlingen in Griechenland und Italien sowie auf den Grenzschutz zwischen der Türkei und Griechenland. Wenn dies alles funktionieren würde, so die Kanzlerin, "bräuchte Slowenien nicht zu solchen Maßnahmen zu greifen".

Wieder ertrinken Flüchtlinge in der Ägäis

Unterdessen wird aus der Ägäis ein neues Bootsunglück gemeldet, bei dem mindestens 14 Flüchtlinge ums Leben kamen. Wie die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtet, war ihr Boot bei der Überfahrt von der türkischen Küste zur griechischen Insel Lesbos gekentert. 27 Überlebende wurden demnach von der türkischen Küstenwache gerettet.

Lesbos und die anderen ägäischen Inseln sind derzeit das Ziel tausender Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa. Seit Beginn des Jahres gelangten nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 750.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa, die meisten von ihnen landeten in Griechenland. Etwa 3500 Menschen ertranken auf der Überfahrt.

haz/sti (rtr, afp, dpa)

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