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Ostmitteleuropa

Slowakisches Parlament soll Religionsunterricht in den Schulen erörtern

Bratislava, 11.7.2003, RADIO SLOWAKEI, deutsch

Mit dem Vatikan-Vertrag, der den Religionsunterricht in den Schulen künftig regeln soll, wird sich auch das Parlament beschäftigen. Laut der Regierungspartei Allianz des neuen Bürgers und der oppositionellen Partei SMER müsse über solche wichtigen Verträge nicht nur die Regierung sondern auch der Nationalrat der Slowakischen Republik verhandeln. Der Vatikan-Vertrag mit seinen Teilverträgen steht auf dem Verhandlungsprogramm des slowakischen Parlaments gleich nach den Ferien.

Religionsunterricht kontra Ethikunterricht?

Bei der Pflicht-Wahl zwischen dem katholischen Religionsunterricht und der Ethik wird gewiss die Ethik den Kürzeren ziehen. Es werden nämlich Schwierigkeiten mit der Gewährleistung des Ethik-Unterrichts erwartet. Diese zwei Fächer sollen laut dem Vatikan-Vertrag fakultativ Pflichtfächer sein, und zwar ab der ersten Klasse der Grundschule. Dazu sollte es im Laufe des kommenden Jahres kommen.

Viele Schulen behaupten jedoch, dass sie nicht imstande sind, sich darauf vorzubereiten. Mit Schwierigkeiten werden auch die Dorfschulen, die nur wenige Klassen haben, zu kämpfen haben. Die Mehrheit der Kinder wird bestimmt den Religionsunterricht wählen; für diejenigen, die den Ethikunterricht wählen würden, würde es keinen Lehrer geben. Eine größere Schule kann ein solches Problem mit der Verbindung mehrerer Klassen oder sogar Jahrgänge lösen. In einer kleineren Schule wird es nicht möglich sein, ein paar Ethik wählende Kinder separat zu unterrichten. Sie werden also höchstwahrscheinlich doch den Religionsunterricht wählen müssen. Einige Pädagogen sind der Meinung, dass es besser wäre, wenn die beiden Unterrichte nicht Pflicht wären. Die Anderen halten den katholischen Religionsunterricht für diskriminierend gegenüber den anderen Konfessionen. Eines ist aber sicher und unumstritten – die Kinder müssen erzogen werden; es müssen ihnen Moral und Manieren beigebracht werden – entweder durch den Ethik- oder den Religionsunterricht. (fp)

  • Datum 14.07.2003
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