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Ostmitteleuropa

Slowakische Priester fordern höhere Löhne

Bratislava, 11.8.2003, RADIO SLOWAKEI, deutsch

Die Geistlichen der zwei größten Kirchen in der Slowakei – der katholischen und der evangelischen - erwarten vom Staat eine Lohnerhöhung. Sie weisen auf die Senkung ihrer Löhne auf 70 Prozent des Durchschnittslohnes in der nationalen Wirtschaft hin. Zur Zeit bewegen sich die Priesterlöhne an der Grenze von 9 000 SKK (etwa 225 Euro – MD) pro Monat. Zu den größten Problemen zählt aber das Anfangsgehalt der Absolventen der Theologischen Fakultät, das unter die Grenze des Minimallohnes geriet. Es beträgt 5 080 Kronen, wobei der Minimallohn 5 570 Kronen darstellt, und dazu noch bereits ab Oktober d. J. auf 6 080 Kronen erhöht werden soll.

Am lautesten fordern die Gehaltserhöhung die Priester der evangelischen Kirche. Diese können nämlich im Gegensatz zu den katholischen Geistlichen heiraten. "Unsere Priester haben Familien, die mit den gegenwärtigen Löhnen kaum durchkommen können," betonte Jan Holcik, Vertreter der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei. Zugleich wies er auf große Unterschiede zwischen den Priesterlöhnen in Tschechien und in der Slowakei hin. Der Durchschnittslohn eines tschechischen Geistlichen ist 12 500 CZK (Tschechische Kronen – MD).

Vojtech Puha vom Finanzministerium ist der Meinung, dass eine eventuelle Erhöhung der Priesterlöhne erst die Novelle der Regierungsverordnung vom Jahr 1997 ermöglichen werde. Doch wie er bestätigte, arbeite zur Zeit das Ministerium an einer solchen Novelle nicht.

Im Mai 2000 war die Lage der Geistlichen ähnlich. Kirchliche Würdenträger forderten damals zu der jährlichen Staatsdotation weitere 110 Millionen Kronen (etwa. 2,63 Millionen Euro – MD). Die erste Regierung Dzurinda löste damals das Problem mit den zusätzlichen 50 Millionen Kronen, die sie für die Pfarrerlöhne bestimmte.

Laut einigen Analytikern sei es möglich, dass sich diese Situation in absehbarer Zeit wiederholen könne. (fp)

  • Datum 12.08.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3yC6
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