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Kultur

Skipolizisten gegen Pistenrowdys

Schussfahrt mit Dienstwaffe: Auch in dieser Saison sorgen Polizisten in grünen Skianzügen für Ordnung auf den Hängen.

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"Vorfahrt achten" gilt auch auf der Pistenautobahn.

Zehntausende Skifahrer haben am Wochenende die Skihänge rund um Winterberg bevölkert. Manche kommen mit steifen Beinen mehr schlecht als recht den Berg hinunter, andere gleiten mit galantem Hüftschwung auf ihren Brettern über die Pisten. Zwei der Letzteren sind Lutz Richmann und Ralf Balkenohl. Sie sind im Gegensatz zu den anderen Skifahrern nicht zum Vergnügen im Winterberger Skiliftkarussell unterwegs. Auch die Skihütten besuchen sie nicht zum Apres-Ski, sondern aus dienstlichen Gründen: Das Duo ist auf Streife. Als Skipolizisten sorgen sie an besonders belebten Tagen in der nordrhein-westfälischen Wintersport-Hochburg Winterberg für Ordnung auf den Hängen.

Fehlt nur noch das Blaulicht...

"Wichtig ist uns vor allem die Prävention", sagt der Leiter der
Winterberger Polizeiwache, Gerd Mohnke. Pistenrowdys würden durch seine Beamten, die mit ihrem grünen, über den Skianzug gezogenen Allwetter-Anzug als Polizisten erkennbar sind, ein wenig im Zaume gehalten. Natürlich gibt es keine Verkehrsregeln für die Skipiste, aber die Polizisten sollen darauf achten, dass die Skifahrer Rücksicht nehmen. Wenn nicht, wird notfalls eingriffen. Wer die Flucht ergreifen will, der hat bei Richmann und Balkenohl vermutlich keine Chance. Beide Beamten der Winterberger Wache sind in ihrer Freizeit begeisterte Skifahrer. Richmann: "Ich fahre seit meiner Kindheit Alpin-Ski, also konditionsmäßig sind wir schon gut drauf", sagt der 51-jährige. Wenn es in den vergangenen Jahren mal soweit kam, dass die alpinen Beamten Gas geben mussten, waren die Übeltäter schnell gestellt. Richmann: "Das ist aber anders als im Straßenverkehr, wo es schnell böse Worte gibt. Auf der Piste kriegen wir das meist im freundlichen Gespräch geregelt. Fast alle Skifahrer sind gut drauf."

Skidieben wird das Handwerk gelegt

Nicht "so gut drauf" sind dafür Betroffene, denen beim Apres-Ski ihre Bretter gestohlen werden. "Das kommt zum Glück nur selten vor", sagt Wachleiter Mohnke. Die bloße Präsenz seiner Ski-Beamten soll die Skidiebe von ihrer Tat abhalten. Sie sollen fürchten, dass sie vom Auge des Gesetzes beobachtet werden, wenn sie sich fremde Bretter unter den Nagel reißen.

Balkenohl und Richmann sind nicht die einzigen Winterberger Polizisten, die ihren Dienst gelegentlich "auf Brettern" antreten. "Wir haben viele gute Wintersportler", sagt Mohnke. Die melden sich für den Einsatz auf der Piste freiwillig und gern. Mit Funkgerät, Dienstwaffe und dem "grünen Mäntelchen" geht es dann auf eine glatte Acht-Stunden-Schicht. Als "Dienstfahrzeuge" nutzen die Pisten-Beamten ihre privaten Skier. Irgendwo im Keller der Wache verstauben zwar auch ein Paar Dienstskier, aber "die sind schon über 25 Jahre alt und nicht mehr zu gebrauchen."

Die Skifahrer kommen gut mit den Polizisten aus. Sie hoffen nur, dass sie in Zukunft keine Führerscheinprüfung ablegen müssen, bevor sie sich ins Schneevergnügen stürzen dürfen.

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