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Kultur

Skaten ohne blaue Flecken

Pisten und Pipes sind überflüssig. Wer im heimischen Wohnzimmer Ski fahren oder Skaten möchte, braucht eine Konsole und eine schnelle Datenleitung. Elektronischer Sport hieß ein Schwerpunkt der Gamescom 2009 in Köln.

Virtueller Tennis, Foto: Kölnmesse

Skaten ohne Halfpipe

Hochkonzentriert starren Christian und Patrick auf den Bildschirm. In der Hand halten sie einen Tennisschläger, der verdächtig echt aussieht. Doch sie stehen sich nicht gegenüber wie auf einem richtigen Tennisplatz, sondern nebeneinander. Ihr Court ist der Bildschirm. Die Bewegungen, der Aufschlag, alles wie beim Original.

Die Spieleentwickler der Gamescom, Europas größter Messe für Videospiele und virtuelles Entertainment, zeigten in diesem Jahr vor allem eins: Computer ist auch nur ein Sport wie jeder andere. Und lebensecht muss der elektronische Sport, kurz E-Sport, sein. Auch wenn der Schritt in die Computerfitness möglich wird, er gelingt nur dann, wenn der Spieler wirklich das Gefühl hat, mittendrin zu sein.

Leistungssport für jedermann

Virtueller Tennis, Foto: Kölnmesse

Virtueller Tennis

In der ersten Messehalle zeigte Skaterlegende Tony Hawk in einer gigantischen Halfpipe sein Können. Direkt nebenan gab's passend zur Show das virtuelle Skateboard. Ohne Rollen, aber dafür mit dem Ausblick, Hawks Künsten vielleicht ein Stück näherzukommen. Alles eine Frage der Balance, das vollelektronische Skateboard durch die schwierigsten Parcours zu lenken. So wird ohne langes Training und blaue Flecken auch ein blutiger Anfänger zum Skatemeister.

Unterhaltung für Spieler - und Zuschauer

Autorennen auf der Gamescom, Foto: Kölnmesse

Bequem und garantiert ohne Schleudertrauma

Ähnliche Höchstleistungen verspricht der Formel-1-Rennsessel. Tief eingesunken im Sitz, Hände fest am Lenkrad - mit Vollgas geht es durch den simulierten Nürburgring.

Auch Fans des Wintersports werden mit den Olympischen Spielen aus der Konsole glücklich. Rodeln, Slalom und Langlauf, per Knopfdruck versteht sich. Vier Menschen sitzen hintereinander auf einer Bank und schütteln wild ihre Fernbedienungen, damit der "Bob" Schwung kriegt. Das gibt den doppelten Spaßfaktor, für Spieler und Zaungäste. Der Mut, sich zum Affen zu machen, gehörte auf der Gamescom dazu.

Fußballbegeisterte tummelten sich am Stand von "Fifa 10". In einmaliger Grafik und Detailtreue kann man mit seiner Lieblingsmannschaft um den Pokal kämpfen und auch kaschieren, dass man auf dem echten Rasen kein Star ist.

Sieht so der Sport der Zukunft aus?

Gamescom, Foto: Kölnmesse

E-Fußball holt sogar Mädchen aus dem Abseits

Etwas eigenartig ist es schon, wenn Menschen mit elektronischen Fernbedienungen versuchen etwas nachzuahmen, was man auch ohne großen Aufwand in der Wirklichkeit tun könnte. Aber es hat auch Vorteile: Menschen, die nicht mehr ohne weiteres in die Arena gehen können, müssen trotzdem nicht auf Sport ganz verzichten. Längst hat die virtuelle Ertüchtigung Einzug in Seniorenheime gefunden, wo E-Bowling oder E-Tennis auf große Begeisterung stoßen. Den echten Fahrtwind und den Thrill der rauen Straße können die neuen elektronischen Sportarten bislang allerdings noch nicht ersetzen.

Autorin: Nina Treude

Redaktion: Sabine Oelze

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