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Fußball

Skandalspiel wird nicht wiederholt

Hertha BSC muss nun doch in die 2. Liga absteigen. Das DFB-Sportgericht wies den Einspruch der Berliner gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf zurück. Hertha will nun vor das Bundesgericht ziehen.

Das unter skandalösen Umständen beendete Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) wird nicht wiederholt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies den Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung in Frankfurt am Main ab. Laut erster Instanz ist Hertha damit nach dem 1:2 im Hinspiel aus der Bundesliga abgestiegen, während die Fortuna nach 15 Jahren in die Bundesliga zurückkehrt. Allerdings kündigte die Hertha umgehend an, das DFB-Bundesgericht anzurufen. In diesem Fall dürfte es am Freitag (25.05.2012) zu einer weiteren Verhandlung am Grünen Tisch kommen. Danach wäre ein Gang vor das DFB-Schiedsgericht möglich. Selbst der Internationale Sportgerichtshof CAS könnte theoretisch noch eine Rolle in der Auseinandersetzung spielen.

Partie in Düsseldorf kurz vor dem Abbruch

Bengalisches Feuer und Fans auf der Tribüne eines Stadions, davor Polizisten (Foto: dpa)

Bengalisches Feuer im Stadion wird von der Polizei gar nicht gerne gesehen

Hertha hatten nach dem Relegations-Rückspiel in Düsseldorf Protest eingelegt und wollte eine Wiederholung erzwingen. Die hektische Partie war von Schiedsrichter Wolfgang Stark in der Nachspielzeit unterbrochen worden, nachdem Düsseldorfer Fans kurz vor dem Abpfiff auf den Rasen gestürmt waren. Stark war von Hertha-Profis nach der Partie tätlich angegriffen worden. Das DFB-Sportgericht hatte sich am Freitag (18.05.2012) nach seiner ersten sechseinhalbstündigen Verhandlung auf den heutigen Montag vertagt.

Das Gericht folgte bei seiner Entscheidung der Argumentation der Fortuna-Seite, die Partie am 15. Mai sei trotz der Vorkommnisse am Rande wie dem Platzsturm der Düsseldorfer Fans in der Nachspielzeit unter regulären Bedingungen zuende geführt worden. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte das Spiel nach einer gut 20-minütigen Unterbrechung für etwa 90 Sekunden wieder angepfiffen und in seiner Zeugenaussage erklärt, er habe dies ohne Druck der Sicherheitsbeauftragten getan. Damit entkräftete Stark den Vorwurf der Berliner, er habe die Begegnung nur aus "Deeskalations-Gründen" fortgesetzt. Auch der Kontrollausschuss hatte dafür plädiert, den Einspruch abzulehnen.

"Der Versuch, nachzuweisen, dass die Berliner unter Angst standen, blieb ohne Erfolg. Es wurde kein Berliner Spieler verletzt oder körperlich angegriffen oder musste ausgewechselt werden. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Einspruch erfolgt gehabt", sagte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz. "Hätte der Platz nicht geräumt werden können - auch dann hätte eine Spielumwertung stattfinden müssen."

Urteil gegen Hertha-Profis erwartet

Schiedsrichter Wolfgang Stark (l.-r,), der vierte Offizielle Markus Wingenbach und der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz unterhalten sich am Freitag (18.05.2012) auf dem Weg in die Verhandlung des DFB-Sportgerichts in Frankfurt am Main. (Foto: dpa)

Schiedsrichter Stark (l.) und Richter Lorenz (r.) beim DFB-Sportgericht in Frankfurt am Main

Hertha BSC Berlin hatte am Wochenende um Entschuldigung für das Fehlverhalten einiger Profis gebeten, die Stark nach dem Schlusspfiff verbal und im Fall von Lewan Kobiaschwili auch körperlich attackiert hatten. Der Unparteiische, der von einer "Hetzjagd" der Berliner Spieler sprach, hat Kobiaschwili wegen Körperverletzung angezeigt. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt zudem gegen Torhüter Thomas Kraft, Christian Lell, Andre Mijatovic und Kobiaschwili sowie gegen Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz wegen Fehlverhaltens. Die Urteile werden noch in dieser Woche erwartet.

Die Profis beider Mannschaften hatten zuletzt mit angezogener Handbremse trainiert. Die Düsseldorfer sagten ihre für die nächsten Tage geplante Mannschaftsfahrt nach Mallorca ab, nachdem sie bereits ihre große Aufstiegsparty in der Arena verschoben hatten.

"Ich bin erleichtert und froh, dass die Spielwertung, so wie ausgetragen, bestehen bleibt. Für mich war für das Urteil die Klarheit der Schiedsrichteraussagen entscheidend. Aus unserer Sicht ist dieses Urteil gerecht", sagte der Düsseldorfer Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth.

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