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Deutschland

Skandal um Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

Bundeswehrsoldaten sollen einem Zeitungsbericht zufolge in Afghanistan einen Toten geschändet haben. Es gebe Fotos, die den Vorfall angeblich dokumentieren. Auf fünf Bildern posieren Soldaten mit einem Totenschädel.

Soldat blickt auf ein Tal

Deutsche Soldaten der ISAF sind in Afghanistan eingesetzt (Archivbild)

Die am Mittwoch (25.10.) von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Fotos seien nach Aussage eines Bundeswehr-Angehörigen bereits im Frühjahr 2003 entstanden, berichtet das Blatt. Das auf der Titelseite der Zeitung abgedruckte Foto zeigt einen Bundeswehrsoldaten, der einen Totenschädel hochhält. Auf anderen Fotos ist ein Schädel auf einem Panzer des Typs "Wiesel" und an einem Geländewagen zu sehen. Ein Bild zeigt einen Soldaten mit entblößtem Penis und Totenschädel. Die Aufnahmen sollen laut Bild-Zeitung während einer Patrouillenfahrt unter dem Kommando eines Feldwebels entstanden sein. Zwei Stabsunteroffiziere seien auch beteiligt gewesen.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung in Afghanistan

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung bei einem Besuch der ISAF-Truppe in Afghanistan (Archivbild)

Aufklärung angeordnet

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ordnete eine umgehende Aufklärung des Vorfalls an. Der Minister sagte der Zeitung: "Es ist klar und unmissverständlich, dass ein derartiges Verhalten von deutschen Soldaten keinesfalls geduldet werden kann." Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würden die erforderlichen dienstrechtlichen, disziplinarrechtlichen und gegebenenfalls auch strafrechtlichen Konsequenzen mit allem Nachdruck gezogen. Das Bundeskabinett entscheidet an diesem Mittwoch über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes.

Politiker zeigen Bestürzung

Politiker von Union und SPD und dem Bundeswehrverband äußerten sich bestürzt über den Vorfall. "Absolut abstoßend und Ekel erregend" nannte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, die Fotos. Dass es sich um Bundeswehrsoldaten handele, da gebe es wohl keinen Zweifel. "Das muss ganz schnell aufgeklärt werden (...), solche Leute können wir in unserer Armee nicht brauchen", sagte Gertz. Man müsse genau prüfen, wie trotz guter Ausbildung und trotz guter Dienstaufsicht solche Entartungen und Entgleisungen vorkommen könnten. Der Schädel könnte laut "Bild" aus einem mutmaßlichen Massengrab in der Nähe von Kabul stammen. Unklar sei, ob es sich bei dem Totenschädel um die sterblichen Überreste eines Afghanen oder möglicherweise eines russischen Soldaten handele, der während der sowjetischen Besatzungszeit (1979-1989) gefallen sein könnte. (chr)

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