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USA

Skandal in US-Pensionsfonds

Prostituierte? Drogen? Luxus-Uhren? Alles inklusive in der neuen Episode aus dem Land unbegrenzter Möglichkeit - will sagen: Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Ein Bestechungsskandal in einem Pensionsfonds - mit allen Zutaten.

Die US-Justiz will einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter des drittgrößten Pensionsfonds Amerikas wegen Bestechungsvorwürfen zur Rechenschaft ziehen. Der Mann war für die Anlagestrategie des rund 180 Milliarden US-Dollar schweren Fonds zuständig. Er soll Geschäftspartnern Aufträge zugeschanzt und dafür unter anderem Dienste von Prostituierten und Drogen, Tickets für Sportveranstaltungen sowie luxuriöse Geschenke erhalten haben. Das geht aus der in Manhattan veröffentlichten Anklage des New Yorker Bundesanwalts Preet Bharara hervor.

USA New York - Preet Bharara bei bekanntgabe der Klage gegen Navnoor Kang wegen Bestechung (picture-alliance/AP Photo/M. Lennihan)

Bundesanwalt Preet Bharara

Die Pensionen der Feuerwehrleute

Der Fonds heißt New York State Common Retirement Fund (NYSCRF). Dem ehemaligen Anlagechef wird vorgeworfen, zwischen 2014 und 2016 ein Schmiergeld- und Bestechungssystem mit zwei ebenfalls angeklagten Klienten ausgedacht zu haben. In diesem Zeitraum sei der Mann damit betraut gewesen, mehr als 53 Milliarden Dollar "im besten Interesse" des Fonds in festverzinslichen Wertpapieren anzulegen. Der Fonds ist für die Pensionen von mehr als einer Million Arbeiter zuständig, darunter Feuerwehrmänner und Polizisten.

McCartney-Konzert, US Open, Crack und Prostitutierte ...

Über zwei Milliarden Dollar sollen jedoch im Gegenzug für Schmiergelder und andere Zuwendungen an zwei bestimmte Broker gegangen sein. In der Anklage werden etwa Tickets für ein Konzert von Paul McCartney oder das Tennisturnier US Open in New York sowie Broadway-Shows und andere Events als Bestechungsleistungen genannt. Zudem sollen die Geschäftspartner Rechnungen für Strip Clubs, Nobelrestaurants und Nachtclubs sowie Prostituierte, Kokain und Crack bezahlt haben.

... und noch eine Rolex

Das reicht noch nicht? Weitere Zuwendungen umfassten laut der Anklageschrift Luxusuhren der Marken Panerai und Rolex für 17.420 und 8000 Dollar sowie ein extravagantes Wochenende in einem teuren Ski-Resort. Insgesamt habe der Fondsmanager Schmiergelder im Wert von mehr als 100.000 Dollar erhalten. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar.

ml/chr (dpa, ap)