1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Sixtinische Kapelle in neuem Licht

Die Deckengemälde von Michelangelo sind stark durch die Besuchermassen gefährdet. Mehr als sechs Millionen Touristen besichtigen sie jedes Jahr in Rom. Jetzt bekommen sie eine neue Lüftung und Beleuchtung.

Die weltberühmten Fresken des italienischen Künstlers Michelangelo erstrahlen wieder in voller Farbenpracht. Eine komplett neue LED-Lichtanlage und ein modernes Belüftungssystem wurden jetzt nach dreijähriger Bauphase fertiggestellt, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Rom berichtet. "Ich hoffe, alle verstehen, wie nötig diese Arbeiten waren", erklärte der Direktor der Vatikanischen Museen Antonio Paolucci in einem Interview mit Radio Vatikan. 1994 wurden nach einer umfassenden Restaurierung überhaupt erst Luftentfeuchter, Klimaanlage und Filter in der Kapelle installiert. Die 18 Jahre alte Technik war dem zunehmenden Besucheransturm aber nicht mehr gewachsen.

Die berühmte Sixtinische Kapelle im Vatikan ächzt inzwischen unter den täglichen Touristenmassen. Jedes Jahr kommen fast sechs Millionen Kunstinteressierte, um die leuchtenden Deckenmalereien des italienischen Künstlers Michelangelo zu bewundern. "Manchmal kommen mehr als 20.000 an einem einzigen Tag", fügt Paolucci in dem Interview hinzu. Vor allem die Oberfläche der kunsthistorisch wertvollen Bilder leidet unter den Ausdünstungen der Besucher. Säure von Schweiß und Atemluft greift die Chemie der Fresken an.

Touristenmagnet im Vatikan

Mithilfe des modernisierten Belüftungssystems blieben Temperatur und Luftfeuchtigkeit nun stabil. Das Lichtkonzept, das zusammen mit der deutschen Firma Osram konzipiert wurde, versuche der künstlerischen Bedeutung der Fresken von Michelangelo genug Raum zu geben, ohne daraus eine spektakuläre Touristen-Show zu machen. "Kein Spot auf Michelangelo, sondern etwas, das einem die Zeit zum ruhigen, objektiven Betrachten aller Details gibt", sagte Paolucci. Die Sixtinische Kapelle sei ein spiritueller Raum innerhalb des Vatikan.

Direktor Antonio Paolucci hält aber trotz der Belastung durch die Besuchermassen eine Begrenzung der Besucherzahlen in absehbarer Zeit für nicht umsetzbar. Langfristig könne eine solche Maßnahme aber nötig werden – falls die Besucherzahlen noch weiter steigen. Das neue Lichtkonzept wird offiziell auf einem Kongress Ende des Monats vorgestellt. Der Zustand von Michelangelos Fresken soll im 450. Jahr nach dem Tod des Künstlers von Fachleuten noch einmal genau untersucht werden.

hm/ld (dpa/epd/www.art.de)