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Aktuell Welt

SIPRI: Mehr Geld fürs Militär

Die globalen Militärausgaben sind 2015 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI wurde die Entwicklung vor allem durch die Konflikte in Osteuropa und Nahost befeuert.

Ein Saudi-arabisches Militärfahrzeug bei einer Parade bei Mekka (Archivfoto 2013: dpa)

Ein saudi-arabisches Militärfahrzeug bei einer Parade bei Mekka

Insgesamt gaben die Staaten weltweit im vergangenen Jahr 1,676 Billionen US-Dollar (1,471 Billionen Euro) für militärische Zwecke aus. Das entspricht einem Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Jahr 2014, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI berichtet. Die weltweiten Ausgaben für Militär entsprechen demnach 2,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die Militärausgaben weltweit waren 13 Jahre in Folge von 1998 bis 2011 gestiegen, bevor sie zwischen 2011 und 2014 leicht zurückgingen.

Die Stockholmer Wissenschaftler registrierten in ihrem Jahresgutachten große regionale Unterschiede. Besonders deutlich stiegen die Militärbudgets in Ländern Osteuropas und des Nahen Ostens. Dort schlugen sich bewaffnete Konflikte - etwa in Syrien, im Jemen oder in der Ukraine - in wachsenden Ausgaben nieder.

USA bleiben Spitzenreiter

Die Ausgaben gingen hingegen in Nordamerika und Westeuropa im Jahr 2015 weiter zurück, auch wenn die USA immer noch das mit Abstand größte Militärbudget aller Länder haben. Die Vereinigten Staaten gaben vergangenes Jahr laut SIPRI rund 596 Milliarden Dollar (523 Milliarden Euro) für das Militär aus. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr - aber immer noch 36 Prozent aller weltweiten Militärausgaben im Jahr 2015.

Platz zwei belegte China mit umgerechnet 189 Milliarden Euro, gefolgt von Saudi-Arabien mit 76,5 Milliarden Euro und Russland mit 58,3 Milliarden Euro. Deutschland, dessen Militärausgaben das Institut mit 34,6 Milliarden Euro angab, fiel von Platz acht auf Platz neun zurück. Überholt wurde es von Japan.

Starker Anstieg in Russland

Von den Großinvestoren erhöhten vor allem Russland (+7,5%), China (+7,4%) und Saudi-Arabien (+5,7%) ihre Rüstungsausgaben deutlich. Dass sich Saudi-Arabien trotz geringerer Steigerung in der Ausgabenliste vor Russland schob, lag an der Rubelabwertung und einer Aktualisierung der SIPRI-Statistik für 2014. Der Irak gab gleich 35 Prozent mehr für Waffen aus.

Die Auswertung des Stockholmer Instituts macht deutlich, wie bewaffnete Konflikte auch auf die Militärausgaben der Nachbarländer ausstrahlen. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ließ nicht nur die Militärausgaben dieser beiden Länder ansteigen. Kräftige Zuwächse registrierte SIPRI auch in Anrainerstaaten wie Polen und den drei baltischen Ländern, die eine stärkere militärische Bedrohung durch Russland fürchten. Insgesamt legten die Militärbudgets in Ostmitteleuropa um 13 Prozent zu.

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"Die unberechenbaren politischen und wirtschaftlichen Umstände lassen die Entwicklung der kommenden Jahre ungewiss erscheinen", resümierte der Chef des SIPRI-Militärausgabenprojekts, Sam Perlo-Freeman. "Einerseits spiegelt die Ausgabenentwicklung die zunehmenden Konflikte in vielen Teilen der Welt wider. Andererseits zeigen sie einen klaren Bruch mit dem Ausgaben-Boom der vergangenen Jahre, der vor allem durch Öleinnahmen genährt worden war."

Eine mögliche Trendwende sehen die Stockholmer Experten bei den Militärausgaben in Nordamerika und Westeuropa. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben bereits eine Erhöhung ihrer Etats angekündigt, die nach 2009 gefallen waren. Sie reagieren damit auch auf die gestiegenen Anforderungen an ihre Truppen etwa durch islamistische Gewalt und das angespannte Verhältnis zu Russland.

kle/wa (afp, epd, dpa)

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