1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Sintflut über Europa

Viele Tote und Verwundete, ein Schaden, der in die Millionen geht: Sintflutartige Regenfälle haben in weiten Teilen Europas ein Chaos angerichtet.

default

Kamptal in Niederösterreich

In dem russischen Ferienort Abrau-Djurso bei Noworossijsk wurde ein Zeltlager mit zwölf Menschen ins Meer geschwemmt. Die Camper blieben zunächst vermisst. Auch Autos wurden von den schlammigen Fluten mitgerissen. Ebenfalls bei Noworossijsk riss die Sturzflut aus einem überlaufenden Bergsee bei dem Ferienlager «Schirokaja Balka» acht Menschen ins Meer, die gerettet werden konnten. Erste Meldungen, nach denen sogar 80 Menschen ins Meer gespült worden seien, bestätigten sich nicht.

Ausnahmezustand in Österreich

In Österreich standen ganze Landstriche unter Wasser. Dort mussten sich zahlreiche Menschen auf Bäume und Hausdächer retten. Sie konnten erst Stunden später mit Booten und Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Nach dem sintflutartigen Regen der vergangenen Tage stürzten Brücken ein, Straßen wurden unterspült und Häuser zerstört. In der Gemeinde Schwertberg mit über 5000 Einwohnern waren mehrere tausend Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Der niederösterreichische Landeshauptmann (= Ministerpräsident) Erwin Pröll sprach von der schlimmsten Flutkatastrophe seit Menschengedenken. Meteorologen vermeldeten die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1896. An einigen Orten fiel innerhalb von nur 40 Stunden so viel Regen wie normalerweise in drei Monaten. Verantwortlich für das Unwetter sei ein für den Sommer völlig ungewöhnliches Adria-Tief.

Evakuierung in Tschechien

In Rumänien starben zwei Menschen durch das Hochwasser, darunter ein achtjähriger Junge, der in einen Abwasserkanal fiel und ertrank. In Tschechien kam eine 21-jährige Studentin bei starkem Hochwasser ums Leben. Etwa 2000 Bewohner von südböhmischen Dörfern und Siedlungen mussten ihre überfluteten Häuser verlassen.

In Berlin gab es nach heftigem Sturmwetter am Mittwoch kaum bleibende Schäden. Am Abend hatte die Feuerwehr in Berlin den Ausnahmezustand ausrufen müssen und 600 Kollegen zum freiwilligen Einsatz gerufen. In Bayern, wo Unwetter am Mittwoch tobten, floss das Wasser langsam wieder ab. Am schwersten betroffen waren Passau und der Bayerischer Wald. Im Laufe des Tages gingen die Pegelstände der angeschwollenen Flüsse Donau, Inn und Salzach zurück, berichtete die Polizei.

Gefahr von Erdrutschen

In Großbritannien brachten heftige Regenfälle den öffentlichen Verkehr zeitweise zum Stillstand. Einzig in Spanien hatte der starke Niederschlag etwas Gutes: Regenschauer löschten einen der größten Waldbrände des Sommers in der Provinz Tarragona im Nordosten des Landes.

Die ungewöhnlich heftigen und anhaltenden Regenfälle haben speziell in den bayerischen Alpen die Gefahr von Erdrutschen erheblich gesteigert. Wegen Übersättigung der Böden mit Wasser, drohten ganze Berghänge abzurutschen. Wetterforscher Peter Winkler aus Bayern sagte bei der Präsentation eines neuen Programms zu Wetterauswertung: «Wir sind nicht am Anfang der Klimaveränderung, wir sind mittendrin.»

  • Datum 09.08.2002
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/2Xjj
  • Datum 09.08.2002
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/2Xjj