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Kultur

"Sinnbild einer Menschen verachtenden Politik"

Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer und die deutsche Teilung war für die darauf folgenden 28 Jahre zementiert. Knapp 17 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Diskussion darum noch lange nicht vorbei.

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28 Jahre war die Mauer Symbol der deutsche Teilung

Das Gedenken an den Beginn des Mauerbaus vor 45 Jahren steht an diesem Sonntag im Zeichen einer neu entbrannten Diskussion über die Zahl der Mauertoten. Nach neuen Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer 125 Menschen - weniger, als bisher angenommen.

"Unmenschliches Grenzregime in preußischer Konsequenz"

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann (CDU) hatte unlängst dazu gesagt, dass es - selbst wenn die Zahlen von 227 auf nun 125 korrigiert würden - bei der grundsätzlichen Charakteristik bleibe: "Es ist ein unmenschliches Grenzregime gewesen, das die DDR mit einer schrecklichen Einmaligkeit in ihrer preußischen Konsequenz errichtet hatte."

Berliner Mauer

Soldaten riegelten die Grenze ab und beaufsichtigten den Bau der Mauer

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen Sicherheitsorgane der DDR die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Das SED-Regime hatte mit der Abriegelung der Grenzen die deutsche Teilung besiegelt. Propagandistisch wurde die Mauer von der DDR als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet. Für den früheren Regierenden Oberbürgermeister Berlins und jetzigen Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper wird Berliner Mauer immer Sinnbild einer Menschen verachtenden Politik bleiben. "Viel zu viele Menschen starben, weil sie nicht länger in der DDR eingesperrt sein wollten", sagte Momper am Freitag (11.8.) in Berlin.

Momper und zahlreiche andere Politiker sprachen von einer bleibenden Aufgabe, die Erinnerung an die Schrecken der geteilten Stadt wach zu halten. Der Vorsitzende der Senioren-Union in der Union, Otto Wulff, forderte die Kultusminister der Länder auf, für eine Aufarbeitung auch dieses düsteren Kapitels der deutschen Geschichte im Schulunterricht zu sorgen.

Althaus: Rehabilitierung von Stasi-Opfern "noch nicht abgeschlossen"

"Mit dem Bau der Mauer unterdrückte der SED-Staat brutal den Willen nach Freiheit und Selbstbestimmung", sagte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) am Freitag in Erfurt. Doch der Wille nach Freiheit sei stärker als Mauer und Stacheldraht gewesen, so Althaus. Ein Schlussstrich unter die Stasi-Aufarbeitung verbiete sich für ihn. Thüringen setze sich für eine unbefristete Verlängerung der Stasi-Überprüfungen insbesondere im öffentlichen Dienst ein. Die Rehabilitierung der Stasi-Opfer sei noch nicht abgeschlossen.

Gedenkfeiern in Gedenkstätten

Galerie Berliner Mauer: Mauerfall

Der Fall der Mauer war der Anfang vom Ende der DDR

Mit Andachten und Kranzniederlegungen wird an diesem Sonntag an den Baubeginn erinnert. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollen an der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße Kränze für die Opfer der deutschen Teilung niederlegen, teilte das Dokumentationszentrum Berliner Mauer mit. Zuvor wird mit einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung im früheren Todesstreifen an menschliches Leid und Widerstand erinnert.

In Sachsen-Anhalt wird in der Gedenkstätte Deutsche Teilung auf dem Gelände des früheren Grenzübergangs Marienborn-Helmstedt von diesem Sonntag an eine neue Sonderausstellung gezeigt. Die Schau "Gegenansichten" dokumentiert die Entwicklung der Opposition in den früheren Ostblockstaaten. (mit)

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