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Europa

Sinn Fein erkennt nordirische Polizei an

Die Katholiken-Partei Sinn Fein hat mit einem Bekenntnis zur Unterstützung der Polizei in Nordirland die letzte Hürde vor einer gemeinsamen Regionalregierung mit den Protestanten überwunden.

Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams (Quelle: AP)

Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams: "Die Zeit dafür ist gekommen"

Delegierte der Sinn-Fein-Partei

Delegierte applaudierten nach der Abstimmung

Die große Mehrheit von Delegierten eines Sinn-Fein-Parteitages stimmte am Sonntag (29.1.07) in Dublin der Beteiligung an den Sicherheitsorganen einer weitgehend autonomen Region Nordirland zu.

Die gemeinsame Sicherung von Recht und Ordnung durch Sinn Fein und die protestantische pro-britische Partei DUP (Democratic Unionist Party) gilt als wesentliche Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Nordirland. Sie ist zugleich eine Bedingung für die Gewährung der Selbstverwaltung der Provinz durch die Regierung in London. Pro-irische Nationalisten sahen in der nordirischen Polizei jahrzehntelang ein Instrument britischer Herrschaft in Nordirland.

Ein neues Irland

Der Sinn-Fein-Führer Gerry Adams erklärte, seine Partei zeige, dass sie die Vision, die Entschlossenheit und die Fähigkeit habe, ein neues Irland aufzubauen. Sinn Fein habe die Möglichkeit geschaffen, die politische Landschaft auf dieser Insel für immer zu verändern.

Premierminister Tony Blair begrüßte den Beschluss der Sinn Fein, die viele Jahre als politischer Arm der katholischen Untergrundbewegung Irisch-Republikanischen Armee (IRA) galt. Jetzt komme es darauf an, dass die Sinn Fein ihrem Parteitagsbeschluss auch Taten folgen lasse, erklärte der DUP-Vorsitzende Ian Paisley. "Die DUP hat Sinn Fein gedrängt, sich zur Unterstützung der Polizei und von Recht und Ordnung zu bekennen, denn es kann keinen anderen Weg geben."

3600 Opfer

Die IRA hatte im Juli 2005 die endgültige Einstellung ihres bewaffneten Kampfes um die Abspaltung Nordirlands von Großbritannien sowie ihre Auflösung erklärt. Im vergangenen Jahr verständigten sich die Konfliktgegner mit den Regierungen Irlands und Großbritanniens auf die Schaffung einer gemeinsamen Autonomie-Regierung bis Ende März 2007.

Seit Nordirland 1921 britische Provinz geworden war, hatten die katholisch-republikanischen Gruppierungen die Polizei als Feind betrachtet und bekämpft. Deren 30-jähriger gewaltsamer Kampf gegen die britische Herrschaft kostete nahezu 300 Polizisten das Leben. Insgesamt wurden während dieser Zeit mehr 3600 Menschen Opfer der Unruhen in Nordirland. (kas)

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