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Kultur

Sinkende Pegel in vielen Flutgebieten

Aufatmen in der Regenpause: In den meisten vom Hochwasser heimgesuchten Alpenregionen sanken die Pegelstände am Mittwoch (24.8.), vielerorts begannen die Aufräumarbeiten. Der Schaden ist beträchtlich.

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Schlimme Schäden in der Schweiz

"Die Lage hat sich ein bisschen beruhigt", sagte die Leiterin des österreichischen Katastrophenschutzes, Doris Ita, am Mittwoch. Der Regen ließ nach, und in Vorarlberg und Tirol versuchten die Menschen, ihre verschlammten Keller freizuschaufeln. Touristen wurden mit Militärhubschraubern aus den abgeschnittenen Alpendörfern geholt.

Schwere Schäden in Vorarlberg und Tirol

Die Flutwelle bewegte sich am Mittwoch aus den Alpen in die tiefer gelegenen Regionen vor. So stiegen die Pegel in Wien bedrohlich an, die Stadt berief den Hochwasserdienst ein. In den Katastrophengebieten Vorarlbergs und Tirols ist das ganze Ausmaß der Schäden noch immer nicht abzusehen. Nach Einschätzung von Experten sind sie aber wahrscheinlich "deutlich schlimmer als bei dem Jahrhunderthochwasser 1999".

Hochwasser Feuerwehrleute waten am Dienstag, 23. August 2005 in Eschenlohe in Oberbayern in den Fluten einer mit Sandsaecken abgesicherten Strasse.

Feuerwehrleute versuchen am Dienstag (23.8.2005) im oberbayrischen Eschenlohe mit Sandsäcken die Fluten des Hochwassers einzudämmen.

Der Ministerpräsident von Vorarlberg rechnet mit einer Schadenssumme von mindestens 250 Millionen Euro. Besonders groß sind die Schäden am Straßen- und Schienennetz. Viele Kilometer Telefonkabel und Überlandleitungen wurden zerstört. Die österreichische Regierung beriet am Mittag in Wien über finanzielle Hilfe für die betroffenen Gebiete.

Paznauntal, Kappl und Ischgl ohne Zugang

Besonders schwer betroffen ist das Paznauntal, das möglicherweise noch mehrere Wochen mit Hubschraubern aus der Luft versorgt werden muss. Mehr als 700 Menschen sitzen hier fest, darunter auch Touristen. Auch die Urlaubsorte Kappl und Ischgl waren noch nicht zu erreichen.

Leichte Entspannung in der Schweiz

Zerstörte Strasse nach Hochwasser in der Schweiz

Eine vom Hochwasser zerstörte Straße in der Schweiz

Die Lage in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten der Zentralschweiz hat sich am Mittwoch etwas entspannt. Da aber an vielen Stellen Geröll- oder Schlammlawinen abzugehen drohten, kamen die Hilfskräfte kaum zur Ruhe. Zum Teil stiegen die Pegel der zentralschweizer Seen noch leicht an, wogegen die Wasserstände bei vielen Flüssen und Bächen deutlich zurückgingen. Bevor erneute Regenfälle kommen, wird derzeit fieberhaft aufgeräumt. Sorgen bereitete die vielerorts unterbrochen Strom-, Telefon- und Wasserversorgung. Versicherer schätzen die Schäden in der Schweiz auf etwa 500 Millionen Franken (über 320 Millionen Euro).

Vorsichtige Entwarnung in Bayern

In Bayern galt am frühen Nachmittag für zehn Regionen noch Katastrophenalarm. Vor allem die Menschen im Nordosten des Freistaats mussten noch um ihr Hab und Gut zittern. "Bilder wie in Südbayern sind bei uns nicht zu erwarten", betonte ein Sprecher der Stadt Regensburg und gab damit eine vorsichtige Entwarnung für die Donau-Anrainer. Der höchste Pegelstand wurde für Donnerstagvormittag (25.8.2005) mit rund 5,60 Metern erwartet. Beim Augusthochwasser 2002 war die Donau auf 6,60 Meter angeschwollen.

Passau, Ulm, Neu-Ulm und München

Trotz der vorsichtigen Entwarnung in Bayern waren zahlreiche Hilfskräfte im Einsatz. Mehrere tausend Sandsäcke wurden verteilt und Schutzwände errichtet. In der Drei-Flüsse-Stadt Passau rüsteten sich die Einsatzkräfte für die in der Nacht zum Freitag erwarteten Spitzenstände. Dort rechnete man aber ebenfalls mit einem niedrigeren Pegelstand als zunächst befürchtet. Die Hochwasserlage in Neu-Ulm und der Nachbarstadt Ulm stabilisierte sich am Mittwoch. Die Scheitelpunkte von Donau und Iller seien erreicht, erklärten Einsatzkräfte.

Rumänien, Bulgarien und Kroatien auch betroffen

Sintflutartiger Regen hat auch in Rumänien, Bulgarien und Kroatien schwere Schäden verursacht. In Rumänien rissen die Fluten am Dienstagabend sieben ältere Menschen mit sich. Die kroatischen Behörden riefen am Mittwoch in zwei Regionen an der Grenze zu Slowenien den Notstand aus. Nachdem die Mur am Montag über die Ufer getreten war, folgten zwei Tage später weitere Flüsse. Felder, Straßen und Keller liefen voll Wasser. Zu Schaden kam bislang niemand. Mehr als 300 Einsatzkräfte verteilten Nahrung und trockene Kleidung. (kap)

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