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Allgäuerisch

Singen auf Allgäuerisch

Auf den Allgäuer Dialekt kann man stolz sein – das findet der Liedermacher und Maler Werner Specht aus Lindenberg im Allgäu. Darum schreibt und singt er mundartliche Lieder. Auch den Allgäuer Dialekt hat Specht besungen.

Auf Allgäuerisch gesungen:
Er isch vu Drooge obr Wieler dahui
und er schwetzt sit er schwetzt Dialekt,
weil de Vatr und d' Muttr hond zu ihm allad gseit:
"Mit Dialekt, do isch alls so direkt."

Wenn ihm amol ebbs it groted,
hond dia Wörtr a unheimliche Kraft.
Hochdeitsch deas sind fir ihn gsägte Brettr.
De Dialekt isch de Wald no im Saft.

Fir ihn isch as 's Leabe, d' Freind und 's Dahui.
Und mit Hochdeitsch deat er sich schwer.
Er ecked oft a, doch deas macht ihm nix us,
sein Dialekt dean gäb er nie her.

Ma seit uf Hochdeitsch klingts supr.
Italienisch deats guat
uf Englisch do isch alls an Hit.
Doch er schwetzt hald so wie bei is umanand.
Vrschtoht man oh öfters amol it.

As war im Zug zwische Hamburg und Kiel,
do sitzt uiner ihm wiesawie.
Und noch a paar Wörtr do lacht er ihn a
und seit, du musch doch vom Allgäu si.

Er fangt a zum schwetzte, und vrzellt vu dahui:
"Herrgott dia Schproch duat mr guat.
Hochdeitsch raschlet fir mi wie a Zitung.
De Dialekt rauscht in mir dinn wie 's Blut."

Ma seit uf Hochdeitsch klingts supr.
Italienisch deats guat,
uf Englisch do isch alls so perfekt.
Doch er schwetzt hald so wie bei is umanand,
do isch drfir alls do direkt.

Ins Hochdeutsche übersetzt:
Seine Heimat ist der Ort Trogen bei Weiler (im Allgäu)
und er spricht Dialekt seit er sprechen kann,
weil Vater und Mutter immer zu ihm gesagt haben:
"Im Dialekt ist alles sehr direkt."

Wenn ihm einmal etwas nicht gelingt,
haben seine (Schimpf-)Worte eine starke Aussage.
Hochdeutsch ist für ihn wie abgesägte Bretter.
Im Dialekt steht der ganze Wald noch im Saft.

Für ihn ist er (der Dialekt) das Leben, die Freunde und die Heimat.
Und mit dem Hochdeutschen tut er sich oft schwer.
Damit eckt er oft an, doch das macht ihm nichts aus,
seinen Dialekt gäbe er niemals her.

Man sagt, Hochdeutsch würde besser klingen.
Auch Italienisch wär gut
und Englisch gar der Hit.
Doch er spricht halt so wie in seiner Gegend üblich
auch wenn man ihn dann öfters nicht versteht.

Es war im Zug zwischen Hamburg und Kiel,
da sitzt ihm einer gegenüber.
Nach ein paar gewechselten Worten lacht er ihn an
und sagt: Du musst doch aus dem Allgäu sein.

Er fängt an zu reden und redet von zuhause:
"Herrgott, diese Sprache tut mir einfach gut.
Hochdeutsch raschelt für mich wie eine Zeitung.
Der Dialekt rauscht in mir wie dünnes Blut."

Man sagt, Hochdeutsch würde besser klingen.
Auch Italienisch wär' gut
und Englisch gar der Hit.
Doch er spricht halt so wie in seiner Gegend üblich.
Da ist alles einfach so direkt.

Liedtext: Werner Specht

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