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Aktuell Asien

Singapurs erster Premier Lee Kuan Yew ist tot

Der erste Premierminister Singapurs, Lee Kuan Yew, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er gilt als der Gründervater des modernen Singapur.

Singapurs erster Premierminister, Lee Kuan Yew, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte das Büro seines Sohnes, des Ministerpräsidenten Lee Hsien Loong, mit. Er zeigte sich "zutiefst traurig" über den Tod seines Vaters.

Lee Kuan Yew war Anfang Februar mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gekommen und wurde zuletzt künstlich beatmet. Nun soll er "friedlich eingeschlafen" sein.

Erfolgsgeschichte des kleinen Staates

Lee hatte den asiatischen Stadtstaat, der bis 1959 britische Kolonie gewesen war, in die Unabhängigkeit geführt. In seiner knapp mehr als drei Jahrzehnte währenden Regierungszeit wandelte sich der Staat von einer verschlafenen Hafenstadt in eine moderne Handelsmetropole. Heute gehört Singapur zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen weltweit.

Für seine Wirtschaftspolitik, die Singapur zum Erfolgsmodell für die Region machte, erhielt Lee noch 2009 bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington höchstes Lob: "Dies ist eine der legendärsten Gestalten Asiens im 20. und 21. Jahrhundert", stellte Obama seinerzeit seinen Gast vor.

Drakonische Strafen

Wegen seines autokratischen Regierungsstils wurde Lee auch scharf kritisiert. Ihm wurde vorgeworfen, die Singapurer etwa durch das Verbot von Kaugummis, des Spuckens in der Öffentlichkeit und sogar von Eheschließungen zwischen den Ethnien zu stark zu bevormunden. Auch gegen oppositionelle Kräfte im Stadtstaat ging der bekennende Macchiavelli-Verehrer rabiat vor.

1990 trat Lee als Regierungschef zurück, er diente aber noch zwei Jahrzehnte lang als Berater in der Regierung seiner beiden Nachfolger.

chr/gri (dpa, ap)