Sind zu viele Vitamine schädlich? | Gesund leben | DW | 30.03.2017
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Gesund leben

Sind zu viele Vitamine schädlich?

Vitamine sind lebenswichtig. Wer ausgewogen isst, bekommt alles, was er braucht. Doch was passiert, wenn wir zu viele Vitaminpillen zu uns nehmen?

Vitamine stärken Knochen, Muskeln, das Immunsystem und sie sind am Stoffwechsel beteiligt. Die meis­ten stecken in Obst und Gemüse. Aber auch Getreide, Fleisch, Fisch und Milch liefern die lebensnotwendigen Stoffe. Bei natürlichen Lebensmitteln ist eine Überdosierung nicht möglich. Wenn überhaupt, könnte man nur durch die Einnahme von Vitaminpräparaten zu viel von den entsprechen­den Stoffen bekommen. Allerdings ist es schwierig festzulegen, ab wann man von einer Überdosierung sprechen kann. „Bei bis zu einem Dreifachen des Referenzwertes können wir davon ausgehen, dass wir sicher sind. Alles darüber hinaus ist Grauzone“, sagt Hans Konrad Biesalski, Professor für Bio­logische Chemie und Ernährungswissenschaft an der Universität in Hohenheim. Meistens werden die überschüssigen Stoffe einfach ausgeschieden. Es kann aber auch zu Durchfällen, Schwindel oder Erbrechen kommen. Bei Nährstoffen im Übermaß vermuteten Forscher jedoch schon vor ein paar Jahren ein erhöhtes Risiko für das Wachstum von Tumoren. Zusätzlich Vitaminpräparate einzunehmen ist nur sinnvoll, wenn der Arzt einen Mangel festgestellt hat. Für alte Menschen kann es allerdings ratsam sein, auf Vitaminpräparate zurückzugreifen. Sie essen oft weniger und nehmen deshalb natürlich auch weniger Vitamine auf. Zudem arbeitet ihr gesamter Stoffwechsel langsamer, also auch die Eigensynthese in der Haut, aus der Vitamin D entsteht. Vor allem dieses Vitamin muss älteren Menschen deswegen öfter verordnet werden. Nicht sinnvoll ist dagegen, einen ungesunden Lebensstil mit Vitaminpräparaten ausgleichen zu wollen. In Lebensmitteln stecken weit mehr gesundheitsfördernde Stoffe als nur Vitami­ne.