Simbabwes Armeechef bittet um Ruhe und Geduld | Aktuell Afrika | DW | 21.11.2017
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Afrika

Simbabwes Armeechef bittet um Ruhe und Geduld

Im Machtkampf um das Präsidentenamt hat sich Armeechef Chiwenga an die Bevölkerung gewandt. In einer TV-Ansprache sagte er, Staatschef Mugabe habe Kontakt zu Mnangagwa, den er als Vize-Präsidenten gefeuert hatte.

Simbabwe Harare Mugabe mit General Chiwenga (Reuters/Zimpapers/J. Nyadzayo)

General Constantino Chiwenga (r.) mit dem entmachteten Präsidenten Robert Mugabe am vergangenen Donnerstag

Armeechef Constantino Chiwenga hat Simbabwes Bevölkerung zu "Ruhe und Geduld" aufgefordert. Der vom Militär abgesetzte Langzeit-Präsident Robert Mugabe stehe in Kontakt mit seinem früheren Stellvertreter Emmerson Mnangagwa, fügte der Generalstabschef in seiner Rede hinzu. Der ehemalige Vizepräsident werde in Kürze in Simbabwe zurückerwartet. Es werde Gespräche zwischen ihm und Mugabe geben, sagte Chiwenga. Die Nation werde über deren Ausgang unterrichtet. Weiter meinte er ohne Einzelheiten zu nennen, die Generäle hätten sich mit Mugabe auf einen Fahrplan zur Zukunft des Landes verständigt. Diese "neuen Entwicklungen" seien für die Sicherheitskräfte "ermutigend".

Amtsenthebungsverfahren wird eingeleitet

Mugabe steht seit dem Eingreifen des Militärs am vergangenen Mittwoch unter Hausarrest. Die Regierungspartei Zanu-PF will an diesem Dienstag ein Amtsenthebungsverfahren gegen den 93-Jährigen einleiten. Ein von der Partei gesetztes Ultimatum, bis Montagmittag freiwillig zurückzutreten, ließ der greise Machthaber verstreichen.

Am Sonntag hatte die Regierungspartei Mugabe als Parteichef abgesetzt und seinen Rivalen Mnangagwa zum neuen Vorsitzenden nominiert. Mugabe und seine 52-jährige Ehefrau Grace, die als seine mögliche Nachfolgerin galt, wurden aus der Partei ausgeschlossen.

Simbabwe Soldaten in Harare (Reuters/P. Bulawayo)

Soldaten patrouillieren in der Hauptstadt Harare

Die Gegner des Langzeitmachthabers werfen Mugabe einen autoritären Regierungsstil vor und machen ihn für die grassierende Misswirtschaft verantwortlich. Die Krise spitzte sich zu, als Mugabe seinen Stellvertreter Mnangagwa, der als Wunschnachfolger der Armee im Präsidentenamt gilt, am 6. November feuerte. Mnangagwa setzte sich aus Angst um seine Sicherheit nach Südafrika ab. Viele seiner Landsleute dachten, er sei bereits wieder zurück in Simbabwe.

se/ust (afp, dpa)

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