Simbabwe: Oppositionspolitiker Tsvangirai gestorben | Aktuell Afrika | DW | 14.02.2018
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Südliches Afrika

Simbabwe: Oppositionspolitiker Tsvangirai gestorben

Er war der langjährige Gegenspieler von Simbabwes Ex-Diktator Robert Mugabe. Jahrzehntelang versuchte Morgan Tsvangirai dem Alleinherrscher die Stirn zu bieten. Nun ist der Politiker im Alter von 65 Jahren gestorben.

Tsvangirai sei an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, teilte Elias Mudzuri, einer der Vize-Chefs von Tsvangirais Partei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. "Es ist traurig für mich mitzuteilen, dass wir unsere Ikone und unseren Kämpfer für die Demokratie verloren haben", schrieb Mudzuri.

Der Tod des Politikers kommt nur drei Monate nach dem Sturz seines langjährigen Widersachers Mugabe in Folge eines unblutigen Militärputsches. Bei den kommenden Wahlen wollte er eigentlich wieder antreten. Der Name des in der Kleinstadt Buhera geborenen Maurersohns stand lange für "Chinja" - den Wandel. Trotz aller Widerstände und Attacken hat der einstige Gewerkschafter und Katholik im Laufe seiner politischen Karriere stets an friedlichen Aktionen festgehalten.

Opfer von Gewalt

Oft erfuhr Tsvangirai die Repressalien am eigenen Leib. Er musste in seiner rund 30-jährigen politischen Tätigkeit vielfach Haft, Verfolgung, Diffamierung und Lebensgefahr in Kauf nehmen.

Eine Narbe an seinem Kopf erinnerte daran, dass Andersdenkende in Simbabwe lange Zeit nicht nur Schikanen der Behörden fürchteten: 1997 hatten ihn Agenten in seinem Büro in Harare bewusstlos geprügelt.

Vertreter der Mittelschicht

Der siebenfache Vater verkörperte lange Zeit vor allem die Hoffnungen der gebildeten Mittelschicht des Landes, die meist städtisch, weltoffen und angesichts der Wirtschaftsmisere im Lande oft arbeitslos ist. Den Weg in die Politik hatte der bullige Tsvangirai über seine Gewerkschaftsarbeit gefunden. Bei den letzten Parlaments- und Präsidentenwahlen 2013 gab es erneut Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten, doch Mugabe gewann souverän - nicht zuletzt weil die Opposition zerstritten auftrat. Obwohl das Land seither wirtschaftlich weiter verarmte, blieb Tsvangirai angesichts einer geteilten Opposition geschwächt. Im März wäre Tsvangirai 66 Jahre alt geworden.

cgn/mak (afp, dpa, rtr)