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Wirtschaft

Silberlinge nur noch altes Eisen

Sterben Ton- und Bildträger wie CDs und DVDs bald aus? Eine neue Studie zeigt: Junge Leute holen sich Musik und Filme fast nur noch aus dem Netz. Und viele zahlen inzwischen auch dafür - trotz Gratisangeboten.

Die Welt war eine Scheibe: 12 Zentimeter im Durchmesser, silbern glänzend. Musik und Videos wurden auf CDs und DVDs gepresst - in Sachen Compact Disc 30 Jahre lang das Non-Plus-Ultra. Doch die Silberlinge sind bald offenbar nur noch altes Eisen.

Die Älteren bleiben CD und DVD zwar noch treu. Aber bei vielen jungen Leuten kommen Filme, Serien und Musik inzwischen nur noch aus dem Internet. Das geht aus einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor. Demnach hören fast drei Viertel der 18- bis 20-Jährigen Musik nur noch oder überwiegend online - also über Streamingdienste wie Spotify oder im Webradio. Filme, Serien oder auch das TV-Programm sieht gut die Hälfte in dieser Altersgruppe zum Großteil oder sogar ausschließlich im Internet.

Abschied von CD und DVD

Von Ton- und Bildträgern wie CDs oder DVDs habe sich die junge Generation weitgehend verabschiedet, heißt es im Fazit der Studie. Nennenswertes Wachstum sei damit nicht mehr zu erzielen. "Neue und erfolgversprechende Geschäftsmodelle entstehen im Unterhaltungssegment fast nur noch im Netz", sagt Joachim Spill, der bei EY den Bereich Technologie, Medien und Entertainment und Telekommunikation leitet.

CD-Regal im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann (picture-alliance/dpa/O. Spata)

CD-Angebot in einem Berliner Kaufhaus: "Erfolgversprechende Geschäftsmodelle fast nur noch im Netz"

Über alle Altersgruppen hinweg sind die reinen Online-Nutzer noch in der Unterzahl. Nur 22 Prozent gaben in der repräsentativen Befragung an, ausschließlich oder überwiegend online Musik zu hören. Immerhin 50 Prozent nutzen dafür aber zumindest gelegentlich auch das Internet. Bei Fernsehen, Filmen und Serien waren es 18 Prozent aller Befragten, die einzig oder zum Großteil Angebote im Netz nutzen. Ein knappes Drittel nimmt sie mindestens ab und zu in Anspruch.

Joachim Spill (EY)

Joachim Spill

Viele Nutzer seien inzwischen auch bereit, für die Inhalte zu zahlen. So nutzen der Studie zufolge bereits 23 Prozent einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst für Filme und Serien wie "Amazon Instant Video" oder Netflix. Diese hätten eine moderate Preisstruktur für oft hochqualitative Inhalte entwickelt, erläutert EY-Experte Spill. "Zudem hat die Rechtsprechung durch schärfere Regelungen in den vergangenen Jahren illegalen Plattformen immer weiter das Wasser abgegraben."

Streamingdienst vergrößert Abonnentenzahl

Das gelte ähnlich auch für Musik, allerdings sei vor allem das durch Werbung finanzierte Gratisangebot von Marktführer Spotify aus Stockholm eine Alternative für alle, die nicht zahlen wollten. 19 Prozent nutzen laut Umfrage aber einen kostenpflichtigen Musik-Dienst im Internet. Für die Studie wurden 1400 Erwachsene in Deutschland befragt.

Dass der Online-Medienkonsum boomt, zeigt auch eine andere Zahl: Spotify - das lange Zeit nur Verluste schrieb - hat inzwischen die Marke von 60 Millionen zahlenden Kunden geknackt und untermauert damit seine Spitzenposition im Streaming-Geschäft.

AR/se (dpa)

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