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Sport

Silber zum Abschluss

Die Spiele sind vorbei - doch auch am letzten Tag hat es eine deutsche Medaille gegeben: Axel Teichmann holte im 50km-Skilanglauf überraschend Silber. In der letzten Entscheidung sicherte sich Kanada im Eishockey Gold.

Ein großes Feuerwerk beendet die Abschlusszeremonie bei den Olympischen Winterspielen in Kanada (Foto: AP)

Die Spiele sind vorbei

Axel Teichmann hat den deutschen Langläufern im vorletzten Wettbewerb der Olympischen Winterspiele einen historischen Erfolg beschert. Der 30-Jährige wurde überraschend Zweiter im 50 Kilometer-Massenstartrennen und holte damit erst das zweite Edelmetall in der nordischen "Königsdisziplin" nach dem Silber-Gewinn von Gerd-Dietmar Klause 1976 in Innsbruck. Dem unwiderstehlichen Zielsprint von Langlauf-König Petter Northug war Teichmann indes nicht gewachsen. Der Norweger holte sein erstes Gold in Vancouver. Bronze ging an den Schweden Johan Olsson.

Skilangläufer Axel Teichmann (Foto: AP)

Axel Teichmann

"Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Zwischen Kilometer 30 und 40 hatte ich eine richtige Saftlade drin. Aber am Ende habe ich die zweite Luft bekommen", sagte Teichmann, der erst seinen dritten 50er überhaupt ins Ziel lief und nach Silber im Teamsprint zum zweiten Mal in Whistler aufs Siegerpodest kam. Der Thüringer hatte sich selbst überrascht: "Ich habe gar keine Klamotten für die Siegerehrung dabei. Ich dachte ja nicht, dass ich so weit vorn bin." Nach dem Zieleinlauf fiel Bundestrainer Jochen Behle seinem Läufer um den Hals. Teichmann war beim Ski-Marathon eigentlich schon abgehängt, stürmte aber mit einer unglaublichen Energieleistung noch so weit nach vorne. "Sensationell! Axel war ja schon weg. Er hat aber noch einen fantastischen Ski bekommen", meinte Behle.

Angerer verpasste Bronze

Den großen deutschen Erfolg bei der letzten Langlauf-Entscheidung rundete Tobias Angerer als Vierter ab. "Ich bin jetzt zum vierten oder fünften Mal Vierter, aber ich bin nicht unzufrieden", sagte der Olympia-Zweite in der Doppelverfolgung. Jens Filbrich kam als 16. ins Ziel, Rene Sommerfeldt belegte in seinem letzten Olympia-Rennen den 21. Platz.

Für das deutsche Olympiateam von Vancouver war es die insgesamt 30. Medaille. Dies ist die zweithöchste Ausbeute nach 2002 in Salt Lake City, wo Deutschland 36 Medaillen gewann.

Kanada Eishockey-Olympiasieger

Ryan Kesler (vorne) und Kanadas Sidney Crosby (Foto: AP)

Enges Finale zwischen Kanada und den USA: Im Hintergrund Siegtorschütze Crosby

Kanadas Eishockey-Stars haben den Gastgeber bei den Winterspielen in Vancouver das 14. Gold beschert und sich selbst zum Rekord-Olympiasieger gekrönt. Der 24-malige Weltmeister setzte sich in einem dramatischen Finale gegen die USA mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0) nach Verlängerung durch und zog mit acht Eishockey-Olympiasiegen mit Russland gleich. Sidney Crosby erzielte vor 19.300 begeisterten Zuschauern das goldene Tor für die Ahornblätter. Die USA verpassten ihr drittes Gold nach 1960 und 1980. Bronze hatte bereits am Samstag Finnland durch ein 5:3 im kleinen Finale gegen die Slowakei gewonnen. Für das Finale der Superlative, das meistgesehene Eishockey-Spiel der Fernsehgeschichte, hätten die Organisatoren nach eigenen Angaben 360.000 Karten verkaufen können.

Erster Dopingfall

Am letzten Tag der Winterspiele ist der erste Dopingfall bekannt geworden. Der slowakische Eishockey-Nationalspieler Lubomir Visnovsky wurde positiv auf ein Pseudoephedrin (Stimulans) getestet. Der 33 Jahre alte Weltmeister von 2002 erhielt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aber lediglich eine Verwarnung. Visnovsky ist der erste Sportler, der während der Spiele erwischt wurde. Einen Tag vor der Eröffnungsfeier hatte das IOC einen positiven Dopingtest bei der russischen Eishockey-Spielerin Swetlana Terentewa veröffentlicht. Auch in ihrem Fall handelte es sich um ein Stimulans. Die 26-Jährige wurde ebenfalls nur verwarnt.

Stimmungsvolle Abschlussfeier

Riesige Elchkühe als Luftballons waren Teil der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Kanada (Foto: AP)

Stimmungsvoll und rundum gelungen: die Abschlusszeremonie in Vancouver

Um 19 Uhr Ortszeit ging das olympische Feuer aus, zu den leisen Klängen von Neil Youngs "Long may you run". Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, erklärte die Olympischen Winterspiele von Vancouver für beendet und lobte: "Es waren ausgezeichnete und sehr freundliche Spiele. Vielen Dank Kanada." 60.600 Zuschauer im ausverkauften BC Place Stadium bejubelten die Athleten und gedachten dem tödlich verunglückten Rodler Nodar Kumaritaschwili. In diesem feierlichen Rahmen wurden auch die letzten Medaillen-Gewinner der Spiele geehrt: Axel Teichmann, der am letzten Wettkampftag Silber beim 50km-Rennen der Skilangläufer gewonnen hatte, nahm die Medaille aus den Händen von IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg entgegen.

Eine große Ehre wurde auch Biathletin Magdalena Neuner zuteil: Die Doppelolympiasiegerin trug die deutsche Fahne. Sie ist mit zwei Gold- und einer Silbermedaille die erfolgreichste deutsche Olympionikin in Vancouver. Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson übergab die olympische Flagge an seinen Nachfolger, Sotschis Stadtoberhaupt Anatoli Pachomow, der das Motto für die nächsten Winterspiele präsentierte: "Brücke in die Zukunft". Und so hieß es am Ende: "Goodbye Vancouver - dobro poschalowatj Sotschi!"

Der Medaillenspiegel nach 86 Entscheidungen

Gold Silber Bronze Gesamt

1. Kanada 14 7 5 26

2. Deutschland 10 13 7 30

3. USA 9 15 13 37

4. Norwegen 9 8 6 23

5. Südkorea 6 6 2 14

6. Schweiz 6 0 3 9

7. China 5 2 4 11

8. Schweden 5 2 4 11

9. Österreich 4 6 6 16

10. Niederlande 4 1 3 8

Autoren: Arnulf Boettcher, Olivia Fritz (dpa, sid)
Redaktion: Joscha Weber

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