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Sport

Silber und Bronze für Freiwasserschwimmer

Zum Auftakt der Heim-EM in Berlin verbuchen die deutschen Freiwasserschwimmer gleich zwei Medaillen. Das Frauen-Trio ist dagegen chancenlos. Eine Starterin muss bewusstlos aus dem Wasser gezogen werden.

Youngster Rob Muffels und Rekordweltmeister Thomas Lurz haben den deutschen Schwimmern zum EM-Auftakt in Berlin die ersten Medaillen beschert. Der 19-jährige Muffels gewann über fünf Kilometer überraschend Silber und damit das insgesamt 50. EM-Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) im Freiwasser. Lurz schwamm auf der Regattastrecke in Grünau nur sieben Zehntelsekunden dahinter zu Bronze. Gold schnappte den beiden Deutschen der Brite Daniel Fogg weg.

Für 34-jährigen Lurz war es die 31. internationale Medaille. Der zwölfmalige Weltmeister, der auf dieser Strecke bis zu seinem dritten Platz 2013 in Barcelona sieben WM-Titel in Folge gewonnen hatte, lag zur Halbzeit im von ihm ungeliebten EM-Modus Time Trial noch vorne. Muffels hatte von dem Trio am Ende die meiste Kraft. "Das ist ein super Erfolg für uns", sagte Lurz, der am Donnerstag über zehn Kilometer die nächste Chance hat. Die Athleten schwammen mit einminütigem Abstand allein gegen die Uhr. Freiwasser-Neuling Sören Meißner wurde Fünfter.

Maurer verpasst EM-Medaille klar

Freiwasserschwimmerin Angela Maurer im Wettkampf über 10 Kilometer bei der EM in Berlin (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Angela Maurer im Wettkampf über zehn Kilometer

Zuvor verpasste die zweimalige Weltmeisterin Angela Maurer die Medaillenränge deutlich. Im ersten Wettbewerb der Europameisterschaften kam die Olympiafünfte über zehn Kilometer nur als 13. ins Ziel. Der Rückstand auf die niederländische Siegerin Sharon van Rouwendaal betrug 4:33,5 Minuten. Silber ging an Olympiasiegerin Eva Risztov aus Ungarn, die vor der Italienern Aurora Ponsele ins Ziel kam.

Vor nur rund 200 Zuschauern auf der Olympiastrecke der Kanuten und Ruderer von 1936 schlug die deutsche Vizemeisterin Finnia Wunram als 14. an. Die deutsche Meisterin Svenja Zihsler landete auf Platz 17. Maurers Medaillenchance war schon zur Halbzeit dahin: Mit mehr als einer Minute Rückstand lag sie nur auf Rang 15, vor der letzten der vier Runden war der Abstand auf 3:16,9 Minuten angewachsen.

"Es war einfach nicht mein Tag. Man muss auch mal Niederlagen akzeptieren", sagte Maurer. Die 39-Jährige, bei der WM vor einem Jahr in Barcelona noch Dritte über die olympische 10-Kilometer-Distanz, hat in Berlin noch eine zweite Chance auf ihre 21. internationale Medaille. Am Sonntag zählt die Doppel-Europameisterin von 2006 über 25 Kilometer zu den Favoritinnen.

Zwischenfall überschattet Wettbewerb

Die Polin Natalia Charlos wird aus dem Wasser gezogen (Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Natalia Charlos wird bewusstlos aus dem Wasser gezogen

Während des 10-Kilometer-Rennens der Damen war es zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Die völlig erschöpfte polnische Langstreckenschwimmerin Natalia Charlos, die in Elmshorn lebt und trainiert, verlor kurz vor dem Ziel das Bewusstsein. DSV-Mannschaftsarzt Alexander Beck leitete an Land erste Hilfe ein, dann wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Nach Auskunft des deutschen Teamarztes geht es der 21-Jährigen den Umständen entsprechend gut. Sie sei bei Bewusstsein, einer Genesung stehe nichts im Wege.

Allerdings musste die DLRG viel Kritik einstecken. Erst nach lauten Rufen der Betreuer und von einigen Beobachterplätzen am Streckenrand sprang ein Rettungsschwimmer ins Wasser und kümmerte sich um die Olympia-15. "Das war einfach unglaublich. Ich habe wie am Spieß geschrien, aber die fahren 50 Meter nur nebenher. Die haben nur zugeschaut", sagte Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz, der das Geschehen ebenfalls beobachtete. Sein Bruder, Rekord-Weltmeister Thomas Lurz, "wollte schon reinspringen und sie rausholen", verriet Stefan Lurz.

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