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Sport

Silber und Bronze für deutsche Skeleton-Damen

Kerstin Szymkowiak und Anja Huber haben die ersten Olympia-Medaillen überhaupt für das deutsche Skeleton-Team eingefahren. Im Super-G der Herren und im 15-Kilometer-Verfolgungsrennen der Damen jubelten die Norweger.

Anja Huber und Kerstin Szymkowiak (Foto: AP)

Medaillen-Duo: Huber (l.) und Szymkowiak

Kopfüber ins Glück: Für Gold reichte es nicht, doch Kerstin Szymkowiak und Anja Huber haben Deutschland bei den Olympischen Winterspielen im Skeleton gleich zwei Medaillen beschert. Die WM-Dritte Szymkowiak von der RSG Hochsauerland belegte nach vier Läufen im Whistler Sliding Centre den zweiten Rang und hatte 0,56 Sekunden Rückstand auf Siegerin Amy Williams, die das erste Gold für Großbritannien holte. Skeleton-Europameisterin Huber aus Berchtesgaden verbesserte sich mit einem starken letzten Lauf von Platz fünf noch auf den Bronzerang. Weltmeisterin Marion Trott aus Oberhof wurde Achte.

Kerstin Szymkowiak (Foto: AP)

Silber! Kerstin Szymkowiak nach der Zieldurchfahrt im Whistler Sliding Centre

"Für diesen Moment habe ich lange und hart gearbeitet. Ich habe immer gewusst: wenn ich vier konstante Läufe runterbringe, dann kann es klappen", jubelte Szymkowiak, und auch ihre Zimmergenossin Huber war platt: "Die Gefühle sind mit mir Achterbahn gefahren. Nach dem dritten Lauf habe ich schon gar nicht mehr dran geglaubt. Jetzt bin ich sprachlos und überglücklich." Der Präsident des deutschen Bob- und Schlittenverbandes (BSD), Andreas Trautvetter, befand: "Das ist absolut irre! Ganz großes Kompliment an die Mädels. Das konnte niemand erwarten."

Bei den Herren siegte Jon Montgomery. Der Kanadier erkämpfte Gold vor dem Letten Martins Dukurs und dem Russen Alexander Tretjakow. Bester Deutscher wurde Frank Rommel als Siebter. Sandro Stielicke belegte nach vier Durchgängen den 10. Platz, Mirsad Halilovoc landete auf dem 13. Rang.

Deutsches Eishockey-Team mit 0:5-Pleite

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat in Vancouver ihre zweite Niederlage einstecken müssen. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor gegen Finnland nach vier Überzahltoren 0:5 (0:1, 0:2, 0:2) und ist weiterhin noch ohne Treffer. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes konnte vor 16.500 Zuschauern im Canada Hockey Place nicht an die starke Leistung beim 0:2 zum Auftakt gegen Olympiasieger Schweden anknüpfen und war gegen den Silbermedaillengewinner von Turin chancenlos. Im letzten Vorrundenspiel am Sonntag (6.00 Uhr MEZ) gegen Weißrussland geht es um Platz drei in der Gruppe C und eine gute Ausgangsposition für das Play-off-Spiel um den Viertelfinaleinzug.

Umstrittener Eiskanal

Die Eisrinne von Whistler (hier: Kurve mit den olympischen Ringen) (Foto: AP)

75 Millionen Euro teuer - aber höchst umstritten

Auch wenn Williams, Szymkowiak und Huber sicher ins Ziel kamen - die Eisrinne von Whistler sorgt weiter für Diskussionen: Schließlich ist sie die schnellste, die schwierigste und die gefährlichste der Welt. Kleinste Fehler führen zu schweren Unfällen. Selbst die erfahrensten Athleten haben Schwierigkeiten und sagen reihenweise ihre Starts ab. So hatte bereits am Donnerstag der routinierte Schweizer Europameister Beat Hefti nach einem Trainingssturz eine Gehirnerschütterung und Prellungen erlitten. Er sagte seine Teilnahme am Zweierbob-Rennen am Samstag zwangsläufig ab, genauso wie sein Landsmann Daniel Schmid, der beim Abschlusstraining am Freitag stürzte. Anschieber Jürg Egger war so unglücklich gestürzt, dass er kurzzeitig sein Bewusstsein verlor und vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht wurde. "Mein Bremser liegt halbtot da unten, das kann nicht sein. Ich werde hier mit Sicherheit nicht mehr fahren", sagte der geschockte Schmid.

Schon nach dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili war Kritik laut geworden, nach den ersten Tests hatten sowohl die Rodler als auch die Bobfahrer Bedenken geäußert, stießen aber auf taube Ohren. Zu allem Überfluss fahren ab Samstag im Frauen-Rennen viele unerfahrene Athletinnen mit, darunter auch eine Mannschaft, die in einer Fernseh-Show gecastet wurde. Nach der FIBT-Quotenregel darf jeder Kontinent bei Olympia mit einem Männer- und Frauen-Team vertreten sein. Die Vorfälle könnten allerdings Konsequenzen haben: In Whistler soll eigentlich 2013 die Rodel-WM stattfinden.

Was für ein Ski-Rennen, ...

Norwegischer Goldjubel von Aksel Lund Svindal beim Super-G der Herren (Foto: AP)

Norwegischer Goldjubel

... was für eine Spannung und Leistungsdichte beim Super-G der Männer! Der einzige deutsche Teilnehmer Stephan Keppler verpasste ein Tor, schied also aus und musste zuschauen, wie sich der zweimalige Gesamtweltcupsieger Aksel Lund Svindal aus Norwegen souverän die Goldmedaille holte - nach Silber bei der Abfahrt. Auch der US-Amerikaner Bode Miller freute sich erneut über einen Podestplatz: nach Bronze in der Abfahrt reichte es nun für Silber. Dritter wurde Bodes Landsmann und Außenseiter Andrew Weibrecht mit der Fahrt seines Lebens.

"Mit Olympia war es bei mir nix", sagte Keppler, der schon als 24. der Abfahrt enttäuscht hatte. Dabei war seine Startnummer 2 sehr günstig, "da hätte ich mehr draus machen müssen", gab er unumwunden zu.

Damit bleiben olympische Super-G eine Domäne norwegischer Skirennfahrer: 2002 und 2006 hatte Kjetil Andre Aamodt triumphiert. "Das ist echt cool. Ich habe Kjetil früher immmer im Fernsehen gesehen - und nun das", jubelte Svindal. "Diese Spiele werden immer besser für mich." Überschattet wurde das Rennen von dem schweren Sturz des Schweden Patrik Järbyn. Der 40-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung und Abschürfungen im Gesicht.

Björgen holt zweites Gold

Marit Bjoergen aus Norwegen feiert ihren 2. Olympiasieg beim 15km-Verfolgungsrennen der Damen. (Foto: AP)

Die Schwedin Marit Björgen feiert ihre zweite Goldmedaille

Auch die zweite Entscheidung des 7. Wettkampftages ging an Norwegen: Marit Björgen holte in ihrem dritten Rennen die dritte Medaille. Sie gewann die 15km-Doppelverfolgung der Damen und freute sich über ihre zweite Goldmedaille bei diesen Spielen. Silber erkämpfte die Schwedin Anna Haag in einem Fotofinish vor der Polin Justyna Kowalczyk.

Beste Deutsche wurde Evi Sachenbacher-Stehle auf Platz elf - ebenfalls im Fotofinish. Damit verpasste sie knapp das Ziel des Bundestrainers Jochen Behle, der eine Top-Ten-Platzierung anvisiert hatte. "Wir haben schon früh gesehen, dass wir keine Chance haben, in den Medaillenbereich vorzudringen", bilanzierte Behle. Sachenbacher-Stehle war die Enttäuschung deutlich anzumerken. "Mir ist dummerweise eine Startnummer unter den Ski geraten und dort festgeklebt. Das hat mich sieben, acht Sekunden gekostet. Das ist saublöd gelaufen." Nicole Fessel landete als zweitbeste Deutsche auf dem 22. Platz. Katrin Zeller belegte Rang 24 und Stefanie Boehler lief auf den 36. Platz.

Eistanz-Meister Beier mit gutem Start

Die viermaligen deutschen Eistanz-Meister Christina und William Beier sind mit einem schwungvollen Tango in die Winterspiele gestartet. Für ihren Pflichttanz wurden die Dortmunder Geschwister von den Preisrichtern auf Rang 16 eingestuft. Die Führung übernahmen die russischen Weltmeister Oksana Domnina/Maxim Schabalin vor den Kandieren Tessa Virtue/Scott Moir und Meryl Davis/Charlie White aus den USA.

Erfolgreiche Quali für deutsche Skispringer

Die vier deutschen Starter haben die Qualifikation auf der Großschanze ohne Probleme geschafft: Andreas Wank kam mit 137,5 Metern sogar auf Rang drei hinter den Japanern Noriaki Kasai (142,5) und Daiki Ito (139,5). Michael Neumayer sprang auf 136 Meter und sicherte sich damit den zwölften Platz. Martin Schmitt wurde nur 25. mit 128 Metern. Michael Uhrmann war als einer der zehn Besten des Weltcups automatisch qualifiziert – genauso wie Topfavorit Simon Ammann.

Jubelt über Gold von der Normalschanze: der Schweizer Simon Ammann (Foto: AP)

Wieder auf Goldkurs: der Schweizer Simon Ammann

Der Olympiasieger auf der Normalschanze glänzte bei verkürztem Anlauf mit einem Satz auf 140 Meter. Allerdings sorgte weniger Ammanns erneute Glanzleistung als vielmehr seine neuartige Skibindung für heftige Diskussionen im Lager der Skispringer: Die österreichische Mannschaft drohte damit, Protest einzulegen, falls Ammann die Bindung auch auf der Großschanze verwenden würde. Vor der Qualifikation hatte eine Rennjury die Skibindung begutachtet und den dreifachen Olympiasieger starten lassen. "Die Jury hat die Bindung als regelkonform abgenommen", sagte der Schweizer Trainer Martin Künzle.

Curler schlagen Schweiz mit 7:6

Die deutschen Curling-Männer haben in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach einer Aufholjagd gewann das Team von Skip Andy Kapp gegen die Schweiz mit 7:6. Nach dem vierten End hatte die Vereinsauswahl aus Füssen bereits mit 1:4 zurückgelegen. Im neunten End schafften Kapp und seine Kollegen drei Punkte und wendeten das Spiel. Durch den zweiten Turnier-Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Serie haben die deutschen Curler weiterhin die Chance, ins Halbfinale einzuziehen.

Die deutschen Curlerinnen mussten dagegen einen weiteren Rückschlag verkraften. Die siebenmalige Europameisterin Andrea Schöpp unterlag mit ihrem Team aus Riessersee in der vierten Runde gegen Großbritannien 4:7. Es war die zweite Niederlage im vierten Spiel.

Medailenspiegel nach 38 von 86 Entscheidungen:

Gold Silber Bronze

1. USA 6 6 8

2. Norwegen 5 3 2

3. Deutschland 4 5 4

4. Kanada 4 3 1

5. Südkorea 3 2 0

6. Schweiz 3 0 1

Autoren: Olivia Fritz / Christian Walz / Arnulf Boettcher (sid, dpa)
Redaktion: Joachim Falkenhagen