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Atomkonflikt

Sigmar Gabriel begrüßt Gesprächsangebot der USA an Nordkorea

Der deutsche Außenminister hatte sich selbst immer wieder für direkte Verhandlungen der Großmächte mit dem isolierten kommunistischen Staat eingesetzt. Entsprechend groß fiel Sigmar Gabriels Lob jetzt aus.

Der Bundesaußenminister war nicht müde geworden zu betonen, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un "eben nicht irre" sei. Sigmar Gabriel hatte angesichts der festgefahrenen internationalen Diplomatie wiederholt "mutige Schritte" und "Visionen" verlangt. Und nun sieht er sich bestätigt. Der deutsche Chefdiplomat zollte den USA für ihr jüngstes Gesprächsangebot an Pjöngjang große Anerkennung. "Das ist genau die richtige Richtung und ein großer und mutiger Schritt für die USA", sagte der SPD-Politiker. 

Am Vortag hatte die US-Regierung erstmals bestätigt, dass sie im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm direkten Kontakt zu dem diplomatisch isolierten Land suche. Nordkorea sei "gut beraten, dieses Gesprächsangebot ernst zu nehmen", meinte Gabriel dazu.

"Wir sprechen mit ihnen"

Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson hatte am Samstag mit Blick auf Nordkorea gesagt: "Wir können mit ihnen sprechen. Wir sprechen mit ihnen." Es gebe drei Kommunikationskanäle nach Pjöngjang, berichtete er vor Reportern während seines Besuchs in China. Seine Außenamtssprecherin Heather Nauert stellte später in Washington klar, dass es bislang "keine Hinweise" von nordkoreanischen Offiziellen gegeben habe, "dass sie an Gesprächen bezüglich Denuklearisierung interessiert oder dazu bereit sind".

China US-Außenminister Rex Tillerson in Peking (Reuters/A. Wong)

Der Nordkorea-Konflikt war eines der Hauptthemen bei den Gesprächen Rex Tillersons in Peking

Nauert wies darauf hin, dass die US-Regierung Nordkorea zuvor zugesichert habe, nicht daran interessiert zu sein, "den Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes zu fördern, Regimewandel zu verfolgen, die Wiedervereinigung der Halbinsel zu beschleunigen oder Kräfte nördlich der demilitarisierten Zone zu mobilisieren". Präsident Donald Trump hatte der Führung in Pjöngjang in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche mit "völliger Zerstörung" gedroht. Kim Jong Un beschimpfte ihn daraufhin als "geisteskranken" Greis.

Nun auch Offerte an Teheran?

Außenminister Gabriel mahnte die USA nun auch im Atomstreit mit dem Iran zu diplomatischen Schritten. "Ich würde mir sehr wünschen, dass es ein solches Angebot jetzt auch für den Iran gibt. Eine Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA würde die Glaubwürdigkeit des Angebots an Nordkorea unterminieren", gab er zu bedenken. 

Trump hatte den seit 2015 bestehenden Vertrag zuletzt scharf kritisiert. In dem Abkommen hatte der Iran auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichtet, dafür wurden Sanktionen aufgehoben.

SC/qu (afp, dpa, APE)