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Aktuell Afrika

Sierra Leone verhängt viertägige Ausgangssperre

In Sierra Leone wütet die Ebola-Infektion besonders heftig. Die Regierung greift nun zu drastischen Maßnahmen: Drei Tage lang darf niemand das Haus verlassen. Deutsche Experten sollen bei der Bekämpfung des Virus helfen.

Die Regierung in Sierra Leone hat eine Ausgangssperre für die Zeit vom 19. bis zum 21. September angekündigt. Ziel sei es, gezielt gegen die Ebola-Epidemie vorzugehen, sagte Regierungssprecher Abdulai Bayratay. Fachpersonal werde jene drei Tage nutzen, um nach möglichen verborgenen Ebola-Patienten zu suchen, die "von Angehörigen versteckt" worden seien. Ärzten sollen dann Infizierte in einem frühen Stadium der Krankheit identifizieren.

Sierra Leone gehört zu den westafrikanischen Staaten, die besonders von der Ebola-Epidemie betroffen sind. Die Ausgangssperre soll dazu führen, dass sich außer den Befugten niemand mehr mit Fahrzeugen oder zu Fuß fortbewegt. Die Behörden wollen die Gelegenheit nutzen, Patienten in geeignete Behandlungszentren zu bringen.

Um die Ausggangssperre durchzusetzen, wird die Regierung 21.000 Menschen einstellen. Tausende Polizisten sowie Soldaten sind bereits jetzt im Einsatz, um die Quarantäne der hart getroffenen Seuchengebiete zu überwachen.

Bundesregierung schickt Experten ins Seuchengebiet

Die Bundesregierung hat derweil beschlossen, Infektionsschutz-Experten nach Afrika zu schicken. Sie sollen die Klinik-Mitarbeiter bei der Bekämpfung der Epidemie in den betroffenen westafrikanischen Staaten unterstützen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sagte der "Rheinischen Post", dass es darum gehe, "eine Ebola-Erkrankung schnell zu erkennen, die Patienten gut und sicher zu versorgen und dafür zu sorgen, dass eine weitere Ansteckung vermieden wird".

Das Trainingsprogramm soll in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt werden, einer nachgeordneten Behörde des Gesundheitsministeriums. "Die Helfer vor Ort sind entscheidend dafür, ob es gelingt, die weitere Verbreitung von Ebola einzudämmen", betonte Gröhe. Bisher hat Deutschland die internationalen Hilfsbemühungen mit 2,4 Millionen Euro unterstützt.

Die Zahl der Toten in Liberia, Guinea und Sierra Leone ist mittlerweile nach UN-Angaben auf 2097 Personen gestiegen. Auch in Nigeria gab es Todesfälle. Zudem infizierten sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Ende August 3700 Menschen.

Die Opferzahl der aktuellen Epidemie in Westafrika übersteigt mittlerweile die Gesamtzahl der Opfer aller früheren Ausbrüche der Krankheit seit ihrer Entdeckung im Jahr 1976. Die jetzige Epidemie hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: Die betroffenen Staaten werden zusehends isoliert, der Personenverkehr ist eingeschränkt und Touristen bleiben fern.

zam/fab (afp, epd, rtr)