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Aktuell Afrika

Sierra Leone verhängt Ausgangssperre wegen Ebola

Mehr als 11.000 Menschen sind in Westafrika an Ebola gestorben. Liberia gilt inzwischen als Ebola-frei. Ganz anders sieht es jedoch in Guinea und Sierra Leone aus. Dort steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder.

Wegen der Ebola-Epidemie haben die Behörden in Teilen Sierra Leones eine dreiwöchige Ausgangssperre verhängt. Wie Präsident Ernest Bai Koroma im Staatsfernsehen bekannt gab, sind von der Entscheidung die Gebiete Kambia und Port Loko im Nordwesten des Landes betroffen. Dort wurden in den vergangenen Wochen wieder mehr Neuinfektionen registriert. Die Regierung will mit der Maßnahme verhindern, dass sich das hochansteckende Virus erneut unkontrolliert ausbreitet.

Strenges Ausgehverbot

Für die nächsten 21 Tage dürfe in den betroffenen Regionen zwischen 6.00 Uhr und 18.00 Uhr Ortszeit niemand das Haus verlassen, sagte Koroma. "Jetzt ist mehr denn je wichtig, dass wir wachsam sind", mahnte der Präsident. Wer gegen die Auflage verstoße, müsse mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Nach Angaben der Behörden hatten in jüngster Zeit Patienten, die an Ebola erkrankt sind und unter Quarantäne stehen, ihre Häuser verlassen. Außerdem wurden an Ebola Gestorbene wieder in heimlichen Zeremonien zu Hause gewaschen und beerdigt.

Eine Ebola-Überlebende besucht in Sierra Leones Hauptstadt Freetown Erkrankte, die unter Quarantäne stehen (Foto: DWD Pelz)

Eine Ebola-Überlebende besucht in Sierra Leones Hauptstadt Freetown Erkrankte, die unter Quarantäne stehen

31 neue Ebola-Fälle

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies darauf hin, dass der sich im April und Mai abzeichnende Rückgang der Neuinfektionen ins Stocken geraten ist. Experten registrierten in der ersten Juni-Woche 31 neue Ebola-Fälle, 15 davon in Sierra Leone und 16 in Guinea, wo die Epidemie im Dezember 2013 erstmals aufgetreten war.

In Sierra Leone starben bislang etwa 3900 Menschen an Ebola. Das angrenzende Liberia war im Mai für Ebola-frei erklärt worden. Insgesamt steckten sich seit Beginn der Seuche laut WHO etwa 27.000 Menschen in Westafrika mit dem Virus an, fast 11.200 von ihnen starben daran.

se/kle (afp, rtre, ape)

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