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Afrika

Sierra Leone: UNO-Generalsekretär startet DW-Projekt

Acht Jahre nach dem Bürgerkrieg bekommt Sierra Leone einen unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Die Rolle der DW-AKADEMIE bei der Etablierung des Senders würdigte vor Ort UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

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Ban Ki Moon und Ernest Bai Koroma (re.)

Im ganzen Land live übertragen wurde der Moment, als der Präsident von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon das symbolische Startzeichen für die Sierra Leone Broadcasting Corporation (SLBC) gaben. Koroma bedankte sich bei der UNO für ihre Hilfe bei Reformen im Mediensektor und lobte ebenso wie der UNO-Generalsekretär das Engagement internationaler Medienentwicklungsorganisationen wie der DW-AKADEMIE, die SLBC bei seiner Umwandlung unterstützen.

#geosmall#Ende Dezember 2009 hatte das Parlament von Sierra Leone ein Gesetz verabschiedet, nach dem der regierungstreue Staatssender Sierra Leone Broadcasting Service (SLBS) in einen politisch unabhängigen öffentlich-rechtlichen Sender umgewandelt werden sollte. Präsident Koroma bestätigte diese Linie: „Lasst uns allen Menschen und Meinungen eine Stimme geben, lasst uns niemanden ausschließen“, so der Präsident. (ORIGINAL: „Let us bring to the microphone all shades of opinion, let no voice be marginalised“)

Nach Südafrika ist Sierra Leone erst das zweite afrikanische Land, in dem eine Regierung freiwillig die Kontrolle über einen Staatssender abgibt und ihm einen öffentlich-rechtlichen Status verleiht. „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Landes“, sagte denn auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Freetown. (ORIGINAL: „This is a milestone in this country´s march to progress.“) Er lobte zudem ausdrücklich das UN-Radio, das als Teil der Friedensmission seit 2000 im ganzen Land zu hören ist und das jetzt mit SLBC fusioniert.

06.2010 DW-AKADEMIE Afrika Sierra Leone Brodcasting Corporation 1

Die DW-AKADEMIE wird den Aufbau des neuen Senders mit Beratung und Training unterstützen. Im Rahmen eines dreijährigen Großprojekts, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert ist, wird die DW-AKADEMIE das Management, Journalisten und Techniker von SLBC in einer Reihe von Beratungs- und Trainingsmaßnahmen auf dem Weg ins Öffentlich-Rechtliche begleiten.

„Sierra Leone legt ein atemberaubendes Tempo vor”, so der zuständige Projektmanager Christopher Springate. Vor zehn Jahren habe sich das Land noch mitten in einem brutalen Bürgerkrieg befunden. Doch nun mache es auffällige Fortschritte: „Nach der gelungenen Wahl 2007 gab es eine geordnete, friedliche Machtübergabe an die Opposition. Das ist für weite Teile Afrikas nicht selbstverständlich. Und nun, mit überparteilicher Unterstützung, soll der frühere Regierungssender unabhängig werden. Ein solcher Schritt ist bisher nur Südafrika gelungen.“

Zwischen 1991 und 2002 herrschte in Sierra Leone Land einer der blutigsten Bürgerkriege Afrikas (ca. 135 000 Tote, 5 000 Kindersoldaten, 4 000 Verstümmelte, 50 000 Vergewaltigte). Heute ist Sierra Leone – trotz reicher Rohstoffreserven (Diamanten, Gold, Titanerz) – das drittärmste Land der Welt (Platz 180 von 182 auf dem Human Development Index der UNO).

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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