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Wirtschaft

Siemens verkauft seine Computersparte

Der Siemens-Konzern verkauft seinen Anteil an dem Computerbauer Fujitsu Siemens Computers (FSC) an den japanischen Fujitsu-Konzern. FSC dementiert, dass nun Stellen abgebaut werden sollen.

Frau mit Notebook (Quelle: AP)

Siemens gibt das Notebook ab

Siemens zieht den Stecker. Der Münchner Konzern will keine Computer mehr bauen und verkauft seinen 50-Prozent-Anteil Fujitsu Siemens Computers (FSC). Für 450 Millionen Euro übernimmt der japanische Partner Fujitsu den Siemens-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen. Das teilte Siemens am Dienstag (4.10.2008) in München mit.

Siemens werde sich auf Industrie, Energie und den Gesundheitssektor konzentrieren, erklärte Finanzvorstand Joe Kaeser. Siemens erwartet dadurch einen Buchgewinn von 310 Millionen Euro. Der Verkauf soll am 1. April 2009 abgeschlossen sein, vorausgesetzt, die Behörden genehmigen ihn.

Zu geringe Rendite für Siemens

FSC-Schild (Quelle: DPA)

Die FSC-Fabrik in Sömmerda

Fujitsu Siemens Computers war vor neun Jahren von Siemens und Fujitsu in den Niederlanden gegründet worden. FSC ist Europas größter Computerhersteller mit einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März und einem Gewinn vor Steuern von lediglich 105 Millionen Euro. Zuletzt hatte Siemens-Konzernchef Peter Löscher die Rendite der Sparte laut Medienberichten als zu gering kritisiert. In Deutschland sollen aber keine Stellen gestrichen werden. "Wir haben Diskussionen mit Siemens geführt und denken nicht an Stellenstreichungen in Deutschland", sagte Fujitsu-Vorstand Tatsuo Tomita am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sollen bei FSC 1000 Stellen gestrichen werden, 500 davon in Deutschland. FSC hat weltweit mehr als 10.000 Beschäftigte, 6200 davon arbeiten in Deutschland. Zu den wichtigsten Firmenstandorten gehören Augsburg, München, Paderborn, Sömmerda und Bad Homburg. Deutschland sei eine wichtige Drehscheibe für das Unternehmen, sagte ein FSC-Unternehmenssprecher. Geplant sei eine stärkere Verlagerung der Forschung und Entwicklung für das Server-Geschäft nach Deutschland. "Personelle Anpassungen" in Zukunft könne das Unternehmen aber nicht ausschließen.

Zerschlagung abgewendet

Laut IG Metall sind für die Standorte Augsburg und Sömmerda bis 2012 Beschäftigungssicherungen vereinbart worden. Die Gewerkschaft sei deswegen vorsichtig optimistisch, sagte ein Sprecher. Immerhin sei mit der Übernahme durch Fujitsu eine Zerschlagung abgewendet worden.

Der bisherige Chef von Fujitsu Siemens, Bernd Bischoff, hat unterdessen seinen Rücktritt eingereicht. Er ziehe sich aus "aus persönlichen Gründen" zurück, hieß es. Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Kai Flore. (det)

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