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Wirtschaft

Siemens streicht tausende Arbeitsplätze

Einen Tag nach der Bundestagswahl hat der Münchener Technologiekonzern Siemens einen umfassenden Umbau angekündigt. In drei Problemsparten sollen 10.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

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Wie vielen wird die Tür gezeigt?

Allein beim IT-Dienstleister SBS sollen in Deutschland in den nächsten beiden Jahren 2400 Stellen gestrichen werden, teilte die Siemens AG am Montag (19.9.05) in München mit. SBS-Chef Adrian von Hammerstein nimmt seinen Hut. Weiteren Arbeitsplatzabbau im größeren Stil soll es in der Kommunikationssparte Com geben. Zudem gliedert Siemens in der Logistiksparte L&A einen Geschäftsbereich mit 5000 Beschäftigten in eine eigenständige Gesellschaft aus, um sich wahrscheinlich von diesem Geschäft zu trennen.

Insgesamt wird sich der Konzern durch Stellenstreichungen und Abspaltungen voraussichtlich von mehr als 10.000 Jobs trennen. Siemens hatte in den vergangenen Jahren bereits zehntausende von Stellen gestrichen.

"Notwendige Maßnahmen"

Vorstandschef Klaus Kleinfeld sagte, die Krisensparten sollten schnell auf einen Kurs profitablen Wachstums gebracht werden. "Die notwendigen Maßnahmen setzen wir konsequent um." Nur erfolgreiche Geschäfte könnten Arbeitsplätze sichern und schaffen.

Klaus Kleinfeld Siemens

Klaus Kleinfeld steht vor dem Siemens Firmenlogo auf einem undatierten Foto, von Siemens zur Verfuegung gestellt am 7. Juli 2004.

Im ebenfalls defizitären Kommunikationsbereich Com könnte der Stellenabbau nach Einschätzung in Branchenkreisen noch größer ausfallen als bei SBS. Einschnitte seien hier unter anderem wegen der schwachen Inlandskonjunktur und der Kaufzurückhaltung bei mittelständischen Kunden notwendig, hieß es bei Siemens nach einer Sitzung des Zentralvorstands. "Damit sind Personalanpassungen verbunden, zu denen das Unternehmen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und IG Metall führt."

Eine Größenordnung wurde zunächst nicht genannt. In Branchenkreisen war von 3000 bis über 4000 Arbeitsplätzen die Rede. Siemens gab lediglich bekannt, dass Vertrieb und Service im Firmenkundengeschäft bei Com umstrukturiert werden sollen.

Bereich wird aufgelöst

Bei L&A gliedert Siemens wie bereits angekündigt das Produkt- und Systemgeschäft für Materialfluss-Lösungen in die neue Dematic GmbH aus. "In dieser Aufstellung soll das neue Unternehmen flexibler am Markt agieren und partnerschaftliche Lösungen anstreben." Da das Geschäft künftig in der Bilanz nur noch unter "sonstige operative Aktivitäten" auftaucht, dürfte eine Trennung aber wahrscheinlich sein. Mit Wirkung zum 1. Oktober wird der Bereich L&A aufgelöst. Das verbliebene Geschäft wird auf andere Sparten verteilt.

Bei SBS will Siemens die Kosten bis 2007 um 1,5 Milliarden Euro drücken. Dabei gibt es auch einen Führungswechsel. Hammerstein lege sein Amt auf eigenen Wunsch nieder, hieß es. Die Leitung von SBS werde Christoph Kollatz übertragen. Der 44-Jährige verantwortet bisher das Geschäftsgebiet Intelligente Verkehrssysteme bei den Industriellen Dienstleistungen.

Wo die Stellen in Deutschland bei SBS gestrichen werden sollen, ließ Siemens offen. Der Bereich hat ein Standbein in München und wegen des Service-Geschäfts Standorte in zahlreichen deutschen Städten. (kas)

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