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Wirtschaft

Siemens streicht 16.750 Stellen weltweit

Schnelle Veränderungen im weltweiten Geschäft und trübe Konjunktur-Aussichten: Damit hat Siemens-Chef Peter Löscher die harsche Maßnahme des deutschen Elektronik-Riesen begründet.

Kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen: der Siemens-Konzern (Quelle: AP)

Kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen: der Siemens-Konzern

Weltweit arbeiten 419.000 Menschen in dem Unternehmen Siemens, rund ein Drittel davon in Deutschland. Nun sollen 17.000 Stellen wegfallen, teilte das Unternehmen am Dienstag (08.07.2008) mit - davon allein in Deutschland 5250 Arbeitsplätze.

Der Großteil der Arbeitsplätze werde bis 2010 in der Verwaltung gestrichen. Durch die Neuorganisation des Konzerns würden aber auch in der Produktion Einschnitte nötig. Insgesamt kappt Siemens dort 4150 Jobs. Zudem plane Siemens den Verkauf seiner Industriemontage-Sparte SIMS, die in Deutschland rund 1200 Menschen beschäftigt.

Am stärksten von der Stellenstreichung betroffen seien die Standorte Erlangen, München, Nürnberg und Berlin. Von den drei Sektoren von Siemens schultert die Sparte Industrie mit 6350 wegfallenden Stellen den größten Anteil des Jobabbaus. Allein in der gebeutelten Zugsparte fallen 2500 Stellen weg.

"Wir müssen effizienter werden"

Seit 1. Juli 2007 Chef des Aufsichtsrats: Peter Löscher (Quelle: AP)

Seit 1. Juli 2007 Chef des Aufsichtsrats: Peter Löscher

Siemens-Chef Peter Löscher verteidigte den Schritt: "Die Geschwindigkeit, mit der sich das Geschäft weltweit verändert, hat erheblich zugenommen. Wir stellen Siemens darauf ein. Auch vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur müssen wir effizienter werden."

Der massive Stellenabbau soll nach Worten von Personalvorstand Siegfried Russwurm "so sozialverträglich wie möglich" erfolgen. Dazu wolle die Unternehmensführung nun rasch mit den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen aufnehmen, sagte Russwurm am Dienstag in München. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aber nicht völlig aus. Diese könnten aber nur "das allerletzte Mittel sein", erklärte der Personalvorstand. Man werde "das gesamte uns zur Verfügung stehende Instrumentarium wie beispielsweise Transfergesellschaften oder auch Altersteilzeitregelungen durchsprechen".

Empörung vor Ort

Mit Empörung und Unverständnis reagierten Arbeitnehmervertreter und Kommunalpolitiker an den großen Standorten des Konzerns in Erlangen und Nürnberg. "Das ist inakzeptabel für ein Unternehmen mit Milliardenergebnissen und überfüllten Auftragsbüchern", sagte der Erlanger IG-Metall-Chef Wolfgang Niclas der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag. Erlangens Wirtschaftsreferent Konrad Beugel (CSU) äußerte sich ebenfalls besorgt. Der Nürnberger IG-Metall-Sekretär Rudi Lutz sagte: "Es herrscht sehr viel Frust." (leix)

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