Siemens bleibt auf Kurs | Wirtschaft | DW | 04.05.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Siemens bleibt auf Kurs

Deutliches Plus bei Auftragseingang und Umsatz: Siemens-Chef Kaeser kann solide Quartalszahlen vorweisen. Im transatlantischen Abkommen TTIP sieht er große Chancen für den Welthandel.

Großaufträge halten den Elektrokonzern Siemens auf Kurs zu seinen Jahreszielen. "Trotz anhaltender Herausforderungen im Marktumfeld werden wir unser profitables Wachstum konsequent fortsetzen", kündigte Konzernchef Joe Kaeser am Mittwoch an. Dabei helfe auch das milliardenschwere Sparprogramm, mit dem man etwas schneller vorankomme als bisher erwartet.

In gewinnträchtigen Geschäftsfeldern wie der Sparte "Digitale Fabrik" könnte die für das zweite Halbjahr erhoffte Belebung allerdings weitgehend ausbleiben. Hier bekommt Siemens etwa die Nachfrageschwäche aus China zu spüren. Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte Kaeser dennoch. Siemens will 2015/16 (30. September) mindestens 5,3 Milliarden Euro an Gewinn einfahren. Im industriellen Geschäft sollen zehn bis elf Prozent vom Umsatz übrig bleiben.

Deutschland Siemens PK zur Hauptversammlung

Siemens-Chef Joe Kaeser

Robuste Auftragslage

Im zweiten Geschäftsquartal legte der Bestelleingang dank Aufträgen für Kraftwerke in Ägypten sowie für einen Offshore-Windpark in Großbritannien um sieben Prozent auf 22,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 19 Milliarden Euro. Nach Steuern sackte der Gewinn zwar von 3,9 auf 1,5 Milliarden Euro ab, doch hatten im Vorjahr rund drei Milliarden Euro an Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf der Hörgerätesparte und der Anteile am Hausgeräte-Hersteller BSH das Ergebnis zusätzlich aufgepolstert.

Großbestellungen für Gas- und Dampfkraftwerke in Ägypten trieben vor allem die Stromerzeugungs-Sparte an, deren Auftragseingang sich nahezu verdoppelte. Hinzu kamen positive Effekte durch langfristige Fertigungs- und Dienstleistungsverträge im Iran, die nach dem Wegfall beziehungsweise der Lockerung der Wirtschaftssanktionen wieder in die Bücher genommen wurden.

Dagegen hakt es weiter in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe. Hier machen die niedrigen Ölpreise und eine Nachfrageflaute Siemens zu schaffen. Das Unternehmen hatte deshalb den Abbau und die Verlagerung von insgesamt rund 2500 Jobs in der Sparte angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland.

TTIP wichtig für den Mittelstand

Aus Sicht von Vorstandschef Joe Kaeser ist Siemens nicht auf das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA angewiesen. "Siemens und auch einige andere große deutsche Unternehmen brauchen TTIP nicht, weil wir ohnehin starke lokale Wertschöpfung in den USA haben", sagte Kaeser. "Aber viele Mittelständler und kleine Unternehmen haben diese lokalen Möglichkeiten nicht. Gerade für sie ist die Abschaffung von Handelsbarrieren entscheidend."

Auch biete ein transatlantisches Handelsabkommen große Chancen, den Standard für den Welthandel zu setzen. "Das ist besonders im Hinblick auf die globale Digitalisierung ganz besonders relevant. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen", sagte Kaeser. Nach seinen Angaben hat Siemens im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 (30. September) in den USA mehr als 22 Milliarden Dollar an Umsatz erwirtschaftet. Der Elektrokonzern beschäftigt in den USA rund 50.000 Mitarbeiter und hat dort mehr als 75 Werke.

ul/wen (dpa)