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Fußball

Sieg in der Nachspielzeit

Erst sah es nach einer bitteren Pleite aus. Aber durch ein beherztes Auftreten in Hälfte zwei hat Bayern München die Partie gegen Manchester United noch gedreht. Das 2:1 ist eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel.

Bayern Münchens Franck Ribery setzt sich gegen Nani von Manchester United durch. (apn Photo/Christof Stache)

Erst in Hälfte zwei gut: Ribery

Das war die kleine Revanche für die Schmach von 1999. Während damals beim Champions-League-Finale Manchester United nach zwei Toren in der Nachspielzeit die Partie gegen Bayern München noch drehte, war diesmal im Viertelfinal-Hinspiel der deutsche Rekordmeister am Ende der überraschende Sieger. Dabei ließ der Anfang der Partie nichts Gutes erahnen. Schon nach einer Minute fiel der Gegentreffer und die Münchener mussten die Zu-Null-Strategie schnell über den Haufen werfen. Der Torschütze, keine große Überraschung: Wayne Rooney. Für den englischen Stürmer das fünfte Tor in der Champions-League und insgesamt bereits das 34. in dieser Saison.

Bayern-Spieler Demichelis mit Gesichtsschutz, neben ihm Manchesters Rooney. Foto: AP

"Maskenmann"Demichelis und Torschütze Rooney

Etwas unglücklich war zudem, dass ausgerechnet das Tor nach zwei Patzern von Martin Demichelis fiel. Denn der Argentinier hatte schon vor dem Abpfiff für Schlagzeilen gesorgt. Der Mannschaftsarzt der südamerikanischen Nationalmannschaft fand es nämlich gar nicht lustig, dass der Nationalspieler schon wieder auf dem Platz steht. Demichelis hatte Anfang des Monats im Länderspiel gegen Deutschland nach einem Zusammenprall mehrere Brüche im Gesicht erlitten und spielte mit Gesichtsmaske. Und nun verursachte er in der Nähe der linken Eckfahne einen unnötigen Freistoss, bei dessen Hereingabe er zudem ausrutschte, so dass Rooney völlig freistehend den Ball ins Tor schießen konnte. Es sollten nicht seine einzigen Fehler in dieser Partie blieben, auch wenn die weiteren ohne Folgen blieben.

Nach der Halbzeit wie ausgewechselt

Ribery erzielt per Freistoß den Ausgleich. Sein Schuss wird von einem ManU-Abwehrspieler abgefälscht. Foto: AP

Ribery erzielt per Freistoß den Ausgleich. Sein Schuss wird von einem ManU-Abwehrspieler abgefälscht.

Die beiden jüngsten Pleiten in der Bundesliga (1:2 gegen Stuttgart und 1:2 in Frankfurt) schienen zunächst an dem Selbstvertrauen der Bayern-Profis genagt zu haben. Zudem mussten die Bayern auf ihren derzeit besten Profi, Arjen Robben, verletzungsbedingt verzichten. Bastian Schweinsteiger, der sich in dieser Saison enorm weiterentwickelt hat, fehlte ebenfalls gelbgesperrt. In den ersten 45 Minuten waren kaum kreative Spielzüge oder überraschende Pässe zu sehen, auch weil Mittelfeldmotor Franck Ribery anfangs kaum Impulse setzte. Die Münchener taten sich schwer gegen die Engländer, die tief in der eigenen Hälfte standen und nach dem frühen Tor auf Konter spielten. Torchancen waren beim deutschen Rekordmeister daher Mangelware.

Ganz anders die zweite Halbzeit. Trainer Louis van Gaal muss die richtigen Worte in der Kabine getroffen haben. Denn nun spielten die Gastgeber deutlich engagierter und druckvoller – während die Engländer kaum mehr etwas taten und sich auf dem Führungstor ausruhten. Die Quittung bekamen sie dann in der 77. Minute – ein abgefälschter Freistoß von Ribery führte zum 1:1, die Bayern waren wieder im Spiel. Und merkten, dass noch mehr drin war. Aber die Fans mussten noch bis zur Nachspielzeit warten, bis der erlösende Siegtreffer durch Ivica Olic fiel.

Endlich wieder Halbfinale?

Bayerns Olic reißt sich nach dem Siegtreffer das Trikot vom Leib. Foto: AP

Unbändige Freude: Olic reißt sich nach dem Siegtreffer das Trikot vom Leib und sieht dafür Gelb.

"Wir haben daran geglaubt, dass wir noch gewinnen können und am Ende haben wir verdient gewonnen", meint der Kroate, der nach Trikot-Ausziehen Gelb sah und fügt hinzu: "Das war bisher mein wichtigstes Tor bei den Bayern." Sein Sturmpartner Mario Gomez bedankte sich nach der Partie bei den Fans. "Wir sind aber auch vom Publikum getragen worden. So eine Atmosphäre habe ich hier noch nicht erlebt." Zu Null zu spielen haben die Bayern zwar nicht geschafft, aber für das Rückspiel in Manchester haben sie eine gute Ausgangsposition. Denn im Old Trafford haben die Münchener noch nie verloren. Gute Chancen also, zum ersten Mal seit ihrem Champions-League-Sieg 2001 über das Viertelfinale in der Königsklasse hinauszukommen.

Im zweiten Champions League-Spiel am Dienstag setzte sich in einem französischen Duell Olympique Lyon mit 3:1 gegen Girondins Bordeaux durch. Am Mittwoch (31.03.2010) trifft dann noch Arsenal London auf den FC Barcelona und Inter Mailand empfängt ZSKA Moskau. In einer Woche finden die entscheidenden Viertelfinal-Rückspielpartien (6. und 7.4.2010) statt.

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Arnulf Boettcher

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