1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Sieg für Schweden beim Eurovision Song Contest

Beim Eurovision Song Contest ist Schwedens Sängerin der Favoritenrolle gerecht geworden. Loreen gewann mit "Euphoria" vor den russischen Pop-Omas von "Buranowski Babuschki". Roman Lob aus Deutschland holte Platz 8.

Die ESC-Siegerin Loreen aus Schweden. Foto: dpa

Loreen aus Schweden

Beobachter sprachen von einem einem "mystischen Dance-Popsong", und selten hat sich eine Favoritin derart klar durchgesetzt: Die schwedische Sängerin Loreen bekam nach ihrem Auftritt in Baku aus fast allen Teilnehmerländern Punkte und setzte sich bei der Abstimmung sehr schnell an die Spitze. Sie war in den vergangenen Tagen bei den Buchmachern bereits als mögliche Siegerin gehandelt worden. "I'm so happy", sagte die Interpretin, noch bevor die Abstimmung beendet war. Für Schweden ist es bereits der 5. Sieg bei dem europäischen Schlagerwettbewerb.

Party For Everybody lautete der Titel der russischen Gruppe Buranowskije Babuschki. Foto: dpa

Die Pop-Omas aus Russland: "Buranowskije Babuschki".

"Party for everybody" - das Lied der russischen Kombo "Buranowskije Babuschki" belegte den zweiten Platz. Die Pop-Omis in Trachten und Bastschuhen waren bereits bei den Proben der vergangenen Tage Kult und wurden auch bei der Live-Sendung gefeiert.

Graue Mütze und offenes Hemd

Für Deutschland ging Roman Lob auf Startplatz 20 mit dem Lied "Standing Still" ins Rennen. Er bekam viel Applaus und im Verlauf der Abstimmung auch etliche Punkte. Lässig gekleidet mit grauer Mütze, weißem T-Shirt und schwarzem offenem Hemd sang der 21-Jährige den ruhigen und ausdrucksvollen Pop-Song. Am Ende reichte es für Platz 8.

Roman Lob beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku. Foto: dpa

Roman Lob aus Deutschland

26 Kandidaten waren beim 57. Eurovision Song Contest in der Kristallhalle in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku an den Start gegangen. Schätzungsweise mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer schalteten die Übertragung ein. In Deutschland verfolgten viele Fans den Wettbewerb auch auf Großleinwänden. Zum Fanfest auf der Hamburger Reeperbahn kamen Tausende. Im rheinland-pfälzischen Neustadt an der Wied, der Heimatgemeinde von Roman Lob, fieberten 1200 Fans bei einem Public Viewing mit.

Das Fernsehpublikum in allen 42 ESC-Teilnehmerländern konnte abstimmen und wurde dazu mit den Worten "Europe, start voting now" aufgefordert. Über das Ergebnis entschieden jeweils zur Hälfte die Zuschauer und zur Hälfte die nationalen Jurys.

Debatte über politische Situation

Anders als in früheren Jahren wurde beim diesjährigen ESC nicht nur über Musik diskutiert: Die Austragung des Wettbewerbs in Aserbaidschan hat eine heftige Debatte über die politische Situation in der ehemaligen Sowjetrepublik in Gang gesetzt. Von Menschenrechtsorganisationen kam heftige Kritik an den Demokratiedefiziten in dem Land. Bei Protesten während des ESC in Baku griff die Polizei mehrfach hart gegen friedliche Demonstranten durch.

Aufmerksamkeit erlangte die deutsche Entertainerin Anke Engelke, die in der Veranstaltung das deutsche Abstimmergebnis verkündete. Bei ihrem Kurzauftritt kritisierte sie charmant verpackt die Führung Aserbaidschans mit den Worten: "Heute Nacht konnte ja niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abzustimmen, und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf eurer Reise, Aserbaidschan. Europa schaut auf euch! Und hier sind die Ergebnisse der deutschen Jury..."

ml/det (dpa dapd)