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Aktuell Deutschland

Sieben Tote in Bayern und die Sorgen vor neuem Hochwasser

Mindestens sieben Tote, mehrere Vermisste und Millionenschäden in Bayern: Nach der Flutwelle wird das ganze Ausmaß der Katastrophe klar. Im Westen Deutschlands blieben vergleichbare Überschwemmungen bislang aus.

Orte wie Simbach am Inn und Triftern sind in weiten Teilen verwüstet, viele Häuser stehen immer noch unter Wasser. Allein im Landkreis Rottal-Inn dürfte der Schaden in den dreistelligen Millionenbereich gehen. Inzwischen ist dort die Zahl der Getöteten auf sechs gestiegen - darunter sind drei Frauen im Alter von 28, 56 und 78 Jahren. Es handele sich um Tochter, Mutter und Großmutter, berichtete die Polizei.

In einem Bachbett entdeckt

Ums Leben kam auch eine 80-jährige Frau, deren Haus in Untertürken von der Gewalt der Wassermassen zum Einsturz gebracht wurde. Ihre Leiche wurde erst einige Kilometer weiter in Julbach in einem Bachbett entdeckt. In Simbach fanden Taucher außerden einen 75-Jährigen ertrunken in seinem Haus. Am späteren Abend wurde dann ebenfalls in Simbach noch die Leiche eines 65-Jährigen geborgen. Ein aus einem überfluteten Bach im Bereich der Gemeinde Triftern geretteter 72-Jähriger verstarb nach Polizeiangaben im Krankenhaus.

Hochwasser in Hamminkeln

Feuerwehrleute haben die Hochwasser führende Issel im Blick

Am Niederrhein im Westen blicken die Helfer wie gebannt auf die bedrohten Deiche. Bislang halten die Deiche auch nach den erneuten schweren Regenfällen. Die Stadt Hamminkeln und das benachbarte, schon zum Münsterland zählende Isselburg blieben von den Fluten verschont. Der starke Regen hatte den Wasserstand des kleinen Flüsschens Issel von sonst einem halben Meter auf zwei Meter steigen lassen.

Die Lage habe sich in der Nacht zum Freitag entspannt, teilte der Krisenstab in Hamminkeln mit. Der Wasserstand der Issel am Pegel Dämmerwald sei auf einen Meter gesunken. 600 Helfer waren dort im Einsatz. 68.000 Sandsäcke wurden verbaut, weitere 35.000 lagen als Reserve bereit. Auch Regen und Sturm hielten die Rettungskräfte in der Region mehrere Stunden in Atem. Sie pumpten vollgelaufene Keller leer, beseitigten umgeknickte Bäume und befestigten lose Teile an einer Baustelle.

"Es kommen neue Niederschläge"

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte, für eine schnelle Entwarnung sei es noch zu früh. "Es kommen neue Niederschläge nach Deutschland, die auch wieder Unwetterpotenzial haben", sagte ein DWD-Sprecher.

ml/cr (dpa,afp)