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Aktuell Europa

Sieben Tote bei Feuer in italienischer Textilfabrik

Beim Brand in einer Textilfabrik im italienischen Prato sind nach Angaben der Rettungskräfte mindestens sieben Arbeiter ums Leben gekommen. Sie wurden im Schlaf vom Feuer überrascht.

Wie es in Medienberichten heißt, war der Schlafsaal direkt an die Fabrik illegal angebaut worden. Die ärmliche Behausung befand sich oberhalb eines Verkaufsraumes. Die Fabrik gehört chinesischen Geschäftsleuten.

Arbeit in menschenunwürdigen Verhältnissen

Ob es sich bei den Opfern um illegale Einwanderer handelte, ist noch unklar. Sollte dem so sein, dürfe aber niemand überrascht sein, sagte der regionale Gewerkschaftler Roberto Pistonina. Schließlich sei seit Jahren allgemein bekannt, dass in der Gegend zwischen Florenz und Prato tausende Menschen in menschenunwürdigen Verhältnissen ohne gesetzliche Grundlage leben und arbeiten müssten.

Ähnlich wie der Gewerkschaftler äußerte sich der Sicherheitsbeauftragte der Stadt, Aldo Milone. "Diese Tragödie, das mag jetzt zynisch klingen, überrascht mich nicht", betonte Milone. "Wir haben mehrfach gesagt, dass etwas in diesen Schuppen passieren kann, mit den minderwertigen elektrischen Installationen, die nicht dem Gesetz entsprechen."

Hunderte Fabriken in chinesischer Hand

In der toskanischen Stadt hat sich in den vergangenen Jahren ein Zentrum chinesischer Billig-Textilfabriken entwickelt. In Pratos Industriebezirk Macrolotto betreiben hunderte chinesische Großhändler Textil- oder Exportgeschäfte, viele von ihnen am Rande der Legalität. In Prato selbst, einer Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern, gibt es etwa 15.000 angemeldete Einwanderer aus China. Es wird vermutet, dass tausende weitere Chinesen illegal dort leben und arbeiten.

haz/det (rtr, ap, dpa)

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