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Aktuell Nahost

Sieben Jahre Haft für drei Al-Dschasira-Reporter in Ägypten

In Ägypten sind drei Journalisten des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht befand sie schuldig, die inzwischen verbotene Muslimbruderschaft unterstützt zu haben.

Der im Februar begonnene Prozess in Kairo hatte international heftige Kritik ausgelöst. Vor Gericht standen unter anderem der australische Reporter Peter Greste und zwei Produzenten von Al-Dschasira. Ihnen wird vorgeworfen, Berichte gefälscht und die "terroristische" Muslimbruderschaft unterstützt zu haben. Die Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück.

Verurteilung in Abwesenheit

Der Richter verurteilte Peter Greste und seine beiden Mitarbeiter nun zu jeweils sieben Jahren Haft. Insgesamt waren 20 Personen angeklagt, darunter fünf ägyptische Studenten und weitere Journalisten, die sich außer Landes aufhalten. Drei Reporter wurden in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Einige Beschuldigte saßen bereits seit Dezember 2013 in Untersuchungshaft.

Demonstranten mit einem Bild Grestes (Foto: Getty)

Im Februar hatten Journalisten vor der ägyptischen Botschaft in Nairobi für die Freilassung Grestes demonstriert

Katar unterstützt Muslimbrüder

Der Prozess ist Teil des Vorgehens der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung in Kairo gegen die islamistische Muslimbruderschaft. Ex-Präsident Mohammed Mursi war vor seinem Amtsantritt Mitglied der Organisation. Trotz ihrer Einstufung als Terrororgruppe genießt die Organisation weiter die Unterstützung des Golfemirats Katar, in dem der Fernsehsender Al-Dschasira beheimatet ist, der immer ausführlich über die Aktivitäten der Muslimbrüder berichtet.

uh/wl (dpa,afp)

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