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Wissen & Umwelt

Sieben Fragen und Antworten zur Vogelgrippe

Mit dem Vogelflug kommt das Grippevirus H5N8 wieder einmal nach Europa. Es wurde jetzt in Deutschland, Polen, Ungarn, der Schweiz und Österreich nachgewiesen. Wie gefährlich ist es? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Anfang November hatten Naturschützer mehr als einhundert tote Wasservögel an den Seen um Plön in Schleswig-Holstein gefunden. Sie waren an dem hochansteckenden Vogelgrippevirus H5N8 gestorben. Nun wurden auch 37 Fälle vom Bodensee in Süddeutschland gemeldet. Dort waren Reiherenten verendet. Weitere Fälle gab es in diesem Herbst in Polen, Ungarn, der Schweiz und Österreich. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Virus: 

Was ist Vogelgrippe?

Die "aviäre Influenza" ist für Geflügel eine hochansteckende Krankheit. Insbesondere bei Puten und Hühnern verläuft die Vogelgrippe, die auch als Geflügelpest bezeichnet wird, nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) meist tödlich. Die Erkrankung wird durch verschiedene Grippevirusstämme hervorgerufen.

Wofür stehen H und N?

Es gibt drei Typen von Grippeviren: A, B und C. Die gewöhnlich beim Menschen auftretende Grippe wird von Viren der Typen A und B verursacht, die weltweit vorkommende Vogelgrippe von Erregern des Typs A.

Symbolbild - Krickente

Wasservögel sind Überträger der Vogelgrippe, erkranken selbst aber kaum.

Die Viren enthalten auf ihrer Oberfläche Eiweiße, die mit den Abkürzungen H (Hämagglutinin) und N (Neuraminidase) bezeichnet werden. Es gibt 16 H-Subtypen und neun N-Subtypen. Je nach Kombination dieser Stoffe in der Hülle des Virus entstehen Namen wie H5N8. Wasservögel sind natürliche Wirte solcher Viren. Sie erkranken selbst aber gewöhnlich kaum. Bei Hühnern, Puten und Gänsen mutieren die Viren der Subtypen H5 und H7 dagegen zu hochansteckenden Formen, die die eigentlichen Erreger der Geflügelpest sind. Das nun in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor aus Asien bekannt. 

Wie gelangt die Krankheit nach Europa?

Die Vogelgrippe ist eigentlich für Europa nichts neues. Der erste bekannte Ausbruch des Virus H5N8 fand 1983 in Irland statt. Die heutige sehr aggressive Variante der Vogelgrippe - die auch jetzt bei den Wildvögeln nachgewiesen wurde, trat indes erstmals 2013 in China und 2014 in Südkorea auf. Von dort hat es sich durch Wildvögel nach Europa und auch Nordamerika verbreitet. Biologen führen das jetzige vermehrte Auftreten des Virus auf den jährlichen Vogelflug zurück, bei dem hunderttausende Vögel in bestimmten Gebieten zusammenkommen.

Kann sich das Virus auf den Menschen übertragen?

Nach Angaben des Bundesamtes für Risikobewertung ist die aktuelle Form der Vogelgrippe nur "sehr schwer" auf den Menschen übertragbar. Grundsätzlich könnte das Virus allerdings auch mutieren und damit auch ansteckend werden. Die Hauptgefahr besteht allerdings für andere Geflügelbestände. Diese müssen daher jetzt im Stall gehalten werden, um zu verhindern, dass sie mit Wildvögeln in Kontakt geraten. 2003 kam es von Südostasien ausgehend zu einer Epidemie mit einem anderen hochansteckenden Vogelgrippevirus (H5N1). Daran sind mehr als 400 Menschen weltweit gestorben.  

Wie kann das Virus auf den Menschen übertragen werden?

Durch die Vogelgrippe-Viren können besonders Menschen gefährdet sein, die in direktem Kontakt mit infizierten Tieren stehen. Das Virus überträgt sich überwiegend durch Einatmen kontaminierter Staubpartikel oder Tröpfchen. Möglicherweise kann eine Vogelgrippe aber auch durch Schmierinfektion auf Schleimhäuten übertragen werden. Die gefährlichere Variante H5N1 kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. 

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Verbraucher sollten Geflügelfleisch gut durchgaren, rät das Landwirtschaftsministerium. Wer sich daran halte, müsse sich keine Sorgen machen. Auch hartgekochte Eier sind unbedenklich. Das Vogelgrippe-Virus ist laut BfR "empfindlich gegenüber hohen Temperaturen" und hält Hitze von mindestens 70 Grad nicht stand. Wer ganz sicher gehen will, sollte auf Produkte mit rohen Eiern, beispielsweise Tiramisu, verzichten.

Wie können sich Verbraucher sonst noch schützen?

In Regionen, in denen die Vogelgrippe nachgewiesen wurde, sollten Menschen den Kontakt mit wild lebenden Vögeln meiden. Besonders bei verendeten Tieren sei Vorsicht geboten. In Ländern, in denen die Vogelgrippe verbreitet ist, rät das Institut Reisenden "dringend" vom Besuch von Geflügelmärkten oder Geflügelfarmen ab. Im Umgang mit Geflügelprodukten sollten Verbraucher besonderen Wert auf Hygiene legen und Fleisch beispielsweise getrennt von anderen Lebensmitteln lagern. Verbraucher, die auf Fleisch oder Eier aus Vogelgrippe-Regionen verzichten wollten, können anhand der Nummer auf der Verpackung erkennen, woher die Produkte stammen.

vb, fs (dpa / afp)

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