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Top-Thema – Podcast

"Sie haben es verdient" – Todesstrafe in den USA

In den vergangenen Jahren wurden in den USA immer weniger Todesurteile vollstreckt. Gegner sprechen von einer Trendwende. Doch ein großer Teil der Bevölkerung ist immer noch für die Todesstrafe.

Ein Handgelenk ist durch einen Gurt an ein Eisengestell festgebunden

Die Todesstrafe wird in den USA in den meisten Staaten praktiziert

In 38 der 50 Bundesstaaten der USA gibt es die Todesstrafe. Mehr als 1000 Menschen sind hingerichtet worden, seitdem das höchste Gericht in den USA die Hinrichtung von Verurteilten im Jahr 1976 wieder erlaubte. Nach einer neuen Umfrage sind 65 Prozent der US-Bürger für die Todesstrafe. Doch in den letzten Jahren ist die Zahl der Befürworter gesunken. Wenn sie in der Umfrage wählen können zwischen Todesstrafe und "Lebenslänglich" für Schwerverbrecher, bevorzugen immer mehr Personen die Gefängnisstrafe.

Der New Yorker Rechtsprofessor Blecker ist für die Todesstrafe. Er sagt, er habe sich die Gefängnisse angeschaut. Die lebenslänglich Verurteilten hätten nach einer gewissen Zeit durchaus Spaß am Leben, würden Sport treiben und zum Beispiel Filme sehen dürfen. Er findet, dass dies keine Alternative für diejenigen sein darf, die "den Tod verdient haben".

Dass unter den Hingerichteten auch Unschuldige sind, davon gehen sowohl Befürworter als auch Gegner der Todesstrafe aus. Doch das Risiko, so Blecker, müsse man in Kauf nehmen, auch wenn natürlich die Beweisführung sehr gründlich und sorgfältig erfolgen müsse. Warum er für die Todesstrafe ist, fasst Blecker so zusammen: "Manche Menschen verdienen es zu sterben. Und wir haben die Pflicht, sie zu exekutieren. So einfach ist es. Das ist Gerechtigkeit."

Dass Unschuldige hingerichtet werden, dass Schwarze öfter als Weiße hingerichtet werden, sind nur einige der Ungerechtigkeiten des Systems. Ronald Tabak, Rechtsanwalt und Vorsitzender eines Komitees zur Todesstrafe, ist deshalb der Ansicht: "Wir sollten nicht Gott spielen und entscheiden, wann Menschen sterben." Viele andere Länder haben sich schon gegen die Todesstrafe entschieden und es werden immer mehr. Tabak hält es für verrückt, dass die USA, "die sich für einen der großen Fürsprecher der Menschenrechte halten, zu den Ländern gehören, die immer noch viele Menschen hinrichten".


GLOSSAR

Todesstrafe, die – die Tötung durch den Staat als Strafe für ein schweres Verbrechen

vollstrecken – ausführen; durchführen (eine Strafe oder ein Urteil)

hinrichten – töten (als Strafe)

Gericht, das – eine Einrichtung, in der entschieden wird, ob jemand gegen das Gesetz gehandelt hat und welche Strafe er dafür bekommt

Verurteilte, der/die – jemand, der eine Strafe für ein Verbrechen bekommt

Befürworter, der – jemand, der eine Sache gut findet und unterstützt

Lebenslänglich – Strafe, bei der man im Gefängnis bleiben muss, bis man stirbt

Schwerverbrecher, der – jemand, der eine schlimme Straftat begangen hat, z.B. Mord

Alternative, die – hier: Möglichkeit

von etwas ausgehen – etwas glauben; etwas für wahrscheinlich halten

Risiko, das – die Gefahr; das Problem

etwas in Kauf nehmen – etwas Negatives akzeptieren, weil man glaubt, dass die Vorteile der Entscheidung wichtiger sind

Beweisführung, die – die Sammlung der Beweise und Argumente bei einem Prozess

Pflicht, die – die Aufgabe

exekutieren – hinrichten; töten

Vorsitzender, der – der Chef; der Direktor

Komitee, das – der Ausschuss; die Vereinigung; die Arbeitsgemeinschaft

Ansicht, die – die Meinung; die Auffassung (der Ansicht sein = eine Meinung haben)

Fürsprecher, der – jemand, der eine Sache öffentlich unterstützt

sich für etwas halten – glauben oder behaupten, dass man etwas ist

Fragen zum Text

Was halten die US-Bürger von der Todesstrafe?

1. Die Zahl der Befürworter sinkt seit einigen Jahren.

2. Die Zahl der Befürworter steigt immer weiter an.

3. Die Zahl der Befürworter ist in den letzten Jahren gleich geblieben.

Welche Strafe ist eine rechtliche Alternative zur Hinrichtung?

1. Die Schwerverbrecher werden gegen Geld frei gelassen.

2. Die Schwerverbrecher müssen soziale Arbeit verrichten.

3. Die Schwerverbrecher müssen bis zu ihrem Tod im Gefängnis bleiben.

Manchmal werden auch unschuldige Menschen hingerichtet, weil im Prozess Fehler passieren. Was sagt Professor Blecker dazu?

1. Er glaubt nicht, dass Unschuldige hingerichtet werden.

2. Er findet es schlimm und kämpft deshalb gegen die Todesstrafe.

3. Er denkt, dass man dieses Risiko hinnehmen muss.

Arbeitsauftrag

Sammeln Sie in Kleingruppen Argumente gegen die Todesstrafe und verfassen Sie dann gemeinsam einen Brief an Professor Blecker, in dem Sie ihm die Argumente schildern.

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