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Aktuell Kultur

Sido fast in den Knast

So gehört sich das doch für einen Rapper: neun Monate Haft auf Bewährung für Sido. Er hatte eine Flasche auf dem Kopf eines Mannes landen lassen. Zuletzt war Sido fast seriös geworden. Eher schlecht für Rapper.

Ein Club in Berlin, vor zweieinhalb Jahren. Sido - mit bürgerlichem Namen Paul Hartmut Würdig - geriet mit einem Gast aneinander und schlug dem Mann mit einer Glasflasche auf den Kopf. Die Flasche nahm Schaden, auch das männliche Opfer erlitt eine Platzwunde und eine Schädelprellung.

Für das Berliner Amtsgericht war das alles keine Bagatelle. Sondern ein Fall von gefährlicher Körperverletzung. Es verhängte eine Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung, außerdem muss der Künstler 15.000 Euro an die Justizkasse bezahlen.

Zuletzt fast bürgerlich

Sido selbst, der mit solch ausgesuchten Titeln wie dem "Arschficksong" seine Karriere gestartet und lange eine medienwirksame Feindschaft mit dem Kollegen Bushido gepflegt hatte, war nach der Geburt seines Sohnes zuletzt fast bürgerlich geworden. Ein chartverdächtiger Song erklärte den Zuhörern, was Liebe ist, und an dem letzten Album machten - der Radikalität gänzlich unverdächtige - Künstler wie etwa Helge Schneider mit. Big business.

Vielleicht hat es Sido an diesem Freitag deshalb nicht geschafft, persönlich vor Gericht zu erscheinen. Das Urteil fiel daher in Form eines Strafbefehls aus, ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Ein Einspruch ist möglich.

ml/qu (dpa)