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Asien

Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft

Genau 20 Jahre nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung haben die chinesischen Behörden den Platz des Himmlischen Friedens in Peking abgeriegelt. Auch ausländischen Journalisten wird der Zutritt verwehrt.

Zwei chinesische Polizisten fotografieren Ausweise von Journalisten (Foto: dpa)

Polizisten fotografieren Ausweise von Journalisten

Hunderte Sicherheitsleute patroullierten an diesem Donnerstag (04.06.2009) nach Augenzeugenberichten auf und rund um den Platz des Himmlischen Friedens ("Tian'anmen") und verwehrten vor allem Journalisten den Zutritt. Fotografen, die es geschafft hatten, dennoch vorzudringen, wurden zum Verlassen des Geländes aufgefordert. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP musste seinen Film löschen, nachdem er Aufnahmen von Sicherheitsleuten gemacht hatte.

In- und ausländische Touristen hatten dagegen nach Agenturberichten Zugang zu dem Platz, auf dem die chinesische Armee in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989 brutal gegen demonstrierende Studenten vorging. Beim dem Armeeeinsatz kamen offiziell 241 Menschen ums Leben, laut Menschenrechtsorganisationen waren es aber bis zu mehrere tausend.

Internet-Zensur verschärft

Bereits am Mittwoch war in China die Zensur des Internets verschärft worden. Tausende Blogs, Foren und Kommunikationsportale wie Twitter und Flickr wurden gesperrt, um eine Diskussion über die Studentenproteste zu verhindern.

Dissidenten wurden nach eigenen Angaben angewiesen, Peking vor dem Jahrestag zu verlassen, andere wurden faktisch unter Hausarrest gestellt. Auch in Hongkong, wo die freie Meinungsäußerung formell garantiert wird, wurde Regierungskritikern, die an einer Veranstaltung zum Gedenken an das Massaker teilnehmen wollten, die Einreise verweigert. Auch Straßen, in denen Dissidenten leben, werden stärker überwacht als sonst.

Gedenken in vielen Ländern

In zahlreichen Ländern wird am Donnerstag der Niederschlagung der Proteste gedacht. Veranstaltungen sind unter anderem in den USA, Großbritannien, Israel und Japan geplant. In der französischen Hauptstadt Paris sollen die Namen der bislang bekannten Opfer des Militäreinsatzes verlesen werden.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Washington, China solle als aufstrebende globale Macht "offener die dunkleren Ereignisse seiner Vergangenheit prüfen und öffentlich die Getöteten, Verhafteten und Vermissten auflisten - sowohl als Lehre als auch zum Heilen". (gri/qu/dpa/ap/afp)

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