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Nahost

Sicherheitsrat diskutiert Irak-Krieg

Der erste Hilfskonvoi soll auf dem Weg in den Irak sein. Der UN-Sicherheitsrat debattiert heute über den Militärschlag der USA und ihrer Verbündeten. Blair und Bush treffen sich, um über den Kriegsverlauf zu sprechen.

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Ein britischer Soldat verpackt Hilfsgüter für den Irak

Die irakische Hauptstadt Bagdad ist am Mittwoch (26.3.2003) erneut aus der Luft angegriffen worden. In der Fünf-Millionen-Metropole waren in den frühen Morgenstunden Dutzende schwere Explosionen zu hören, berichteten der katarische Fernsehsender El Dschasira und Agenturkorrespondenten vor Ort. Ziele der alliierten Luftangriffe waren nach Angaben aus US-Regierungskreisen auch irakische Kommunikations- und Fernseheinrichtungen. Die Sendeanlagen hätten auf einer Zielliste gestanden, bestätigte das amerikanische Verteidigungsministerium. Trotz der Angriffe sendete das irakische Fernsehen nach einer Unterbrechung am Morgen wieder. Im Süden der Stadt und im Stadtzentrum waren laut Fernsehberichten große Rauchwolken zu sehen.

Von Kuwait aus startete laut Agenturangaben am Mittwoch (26.3.2003) der erste größere Konvoi mit Hilfsgütern für die irakische Bevölkerung. Sieben Fahrzeuge mit Nahrungsmitteln und Wasser, die von Kuwaitern gespendet wurden, setzten sich nach Umm Kasr in Bewegung. Der Konvoi wurde von US-Soldaten begleitet.

Schwere Schlacht südlich von Bagdad

Irakische Wüste

US-geführte Truppen in der irakischen Wüste

Bei einer schweren Schlacht südlich von Bagdad kamen am Dienstag nach US-Militärangaben 150 bis 300 irakische Kämpfer ums Leben. Unklar ist, ob es sich dabei um reguläre Armee-Einheiten, Mitglieder der paramilitärischen Fedajeen oder bewaffnete Anhänger der regierenden Baath-Partei handelte. Amerikanische Soldaten seien bei den Gefechten in der Region zwischen Nadschaf und Kerbela, etwa 150 Kilometer südlich von Bagdad, nicht getötet worden, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium. Es handele sich um das heftigste Gefecht seit Beginn des Irak-Kriegs am Donnerstag (20.3.2003). Bestätigte Berichte bezüglich der Angaben gibt es bislang nicht.

Unklarheit über möglichen Aufstand in Basra

In der südirakischen Stadt Basra haben sich nach Einschätzung des britischen Militärs möglicherweise Zivilisten gegen die Truppen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein erhoben. Es gebe Anzeichen dafür, dass eine Revolte begonnen haben könnte, sagte der britische Generalmajor Peter Wall am Dienstag. Über das Ausmaß des vermuteten Aufstands sei nichts bekannt. Der irakische Informationsminister Mohammed Sajjid El Sahhaf wies die Meldungen über einen Aufstand in Basra in einem Interview mit dem katarischen Fernsehsender El Dschasira zurück. Nach einem Bericht eines El-Dschasira-Korrespondenten gibt es in Basra keine Anzeichen eines Aufstandes. Basra wird seit Tagen von britischen Truppen umringt, die sich Gefechte mit irakischen Einheiten lieferten.

Weiter Richtung Bagdad

US-geführte Bodentruppen rücken derzeit laut Militärangaben weiter in Richtung Bagdad vor. Dabei sind sie wiederholt auf den Widerstand irakischer Einheiten gestoßen. Am Dienstag (25.3.2003) hatte zudem ein Sandsturm ihren Vormarsch behindert.

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair zeigten sich am Dienstag mit dem bisherigen Verlauf des Krieges zufrieden. Bush sagte, die Alliierten machten "stetige Fortschritte". Blair fliegt an diesem Mittwoch nach Washington, um sich auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David mit Bush zu Gesprächen zu treffen. Blair will auch mit UN-Generalsekretär Kofi Annan zusammenkommen.

UN drängt auf humanitäre Hilfe

Kofi Annan

UN-Generalsekretär Kofi Annan nimmt am 20.3. Stellung zum Beginn des Irak-Krieges

In New York hat der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) für Mittwochabend 21 Uhr (MEZ) eine erste offene Debatte zum Irak-Krieg anberaumt. Sie soll allen 191 Mitgliedern der Vereinten Nationen die Gelegenheit bieten, ihre Position zum amerikanisch-britischen Militärschlag darzulegen. Der Sicherheitsrat strebt an, noch vor Beginn der Debatte über ein humanitäres Hilfsprogramm für den Irak zu beschließen.

UN-Generalsekretär Annan hat die Vereinigten Staaten zur Bereitstellung rascher humanitärer Hilfe für den Irak aufgerufen. Dazu sei eine Kriegspartei rechtlich verpflichtet, betonte er am Dienstagabend bei einem Gespräch mit der amerikanischen Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice in New York. Die Vereinten Nationen seien auf schnelle humanitäre Hilfeleistungen eingestellt, sagte Annan bei dem Treffen mit Rice, wie ein UN-Sprecher mitteilte. Sie könnten jedoch erst dann vor Ort aktiv werden, wenn die Sicherheit der UN-Mitarbeiter garantiert sei. Bis dahin müssten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten selbst für die Verteilung von Hilfsgütern sorgen. Diese Verantwortung ergebe sich aus einschlägigen Vorgaben des Völkerrechts. (kap)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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