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Aktuell Europa

Sicherheitsdebatte nach vermeintlicher Drohnenkollision in London

Während des Landeanflugs auf London Heathrow soll eine Drohne in ein Passagierflugzeug gekracht sein. Schlimmeres passierte zum Glück nicht. Doch nun diskutiert Großbritannien über die Flugsicherheit.

Der Zwischenfall in London Heathrow hätte eine Katastrophe auslösen können: Der Pilot eines British-Airways-Flugs hatte berichtet, seine Maschine sei am Sonntag beim Landeanflug auf den Londoner Flughafen Heathrow mit einer Drohne kollidiert. Schlimmeres passierte zum Glück nicht - das Flugzeug, das mit 137 Menschen an Bord aus Genf kam, konnte sicher landen.

Drohnenpilot unbekannt

Sollte sich der Vorfall bestätigen, wäre das die erste Kollision eines unbemannten Flugobjekts mit einem Flugzeug in Großbritannien, wie die nationale Behörde für Flugsicherheit (UKAB) mitteilte. Experten forderten nach dem Zwischenfall, die Piloten von Hobbydrohnen sollten besser über die Risiken und die Regeln aufgeklärt werden. Gesetze müssten verschärft werden.

Dass der Verursacher der Kollision gefasst wird, ist wohl unwahrscheinlich. Der Chefingenieur des britischen Drohnenherstellers "Drone Operations" sagte der Nachrichtenagentur PA: "Es gibt keine Chance, den Piloten zu erwischen, weil Drohnen nicht registriert werden müssen." Der britische Verkehrsminister hatte zuvor mitgeteilt, die Regierung erwäge, eine verpflichtende Registrierung von unbemannten Flugobjekten einzuführen.

Drohne vor sonnigem Himmel (Foto: DPA)

Privat-Drohnen von Hobby-Piloten können die Flugsicherheit gefährden

Schärfer Gesetze gefordert

Experten mahnten schärfere Gesetze an. "Angesichts der großen Zahl an Drohnen, die von Hobby-Piloten herumgeflogen werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Zusammenstoß kommen würde", sagte Flugsicherheitsexperte Steve Landells von der Pilotenvereinigung der Fluggesellschaft British Airways (Balpa). Drohnen-Piloten verstünden oft nur wenig von den Risiken und Regeln ihres Hobbys und müssten besser aufgeklärt werden. Auch Landells brachte strengere Gesetze ins Spiel. Bislang dürfen Drohnen in Großbritannien bis zu einer Höhe von 365 Meter fliegen; von Flugzeugen, Hubschraubern, Flughäfen und Landeplätzen müssen sie aber ferngehalten werden.

Dem Verkehrsministerium zufolge werde auch über "geo fencing" nachgedacht, eine Technologie, die das Eindringen von Drohnen in den Luftraum über bestimmte Gebiete automatisch melden soll. Einem Bericht der britischen Flugsicherungsbehörde zufolge kam es im gesamten vergangenen Jahr zu 40 Beinahe- Zusammenstößen zwischen Drohnen und Flugzeugen.

USA schon weiter

Im US-Bundesstaat Kalifornien musste die Feuerwehr laut Medienberichten bereits Löschflüge abbrechen, weil zu viele private Drohnen in der Luft waren. Schneller als die Europäer haben die Amerikaner daher auf den Boom reagiert und im vergangenen Dezember eine verpflichtende Registrierung für die Eigner von unbemannten Flugobjekten ab 250 Gramm Gewicht eingeführt.

Die Europäer haben das Problem zwar erkannt, stecken aber noch in der Bürokratie fest. So haben die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc, der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt wie auch der Chef der Deutschen Flugsicherung ein Register für Drohnenpiloten befürwortet. Auch ein online abzulegender Führerschein ist angekündigt, was nach Erwartung der Experten immerhin zu einem Rückgang ungewollter Verletzungen der Schutzzonen rund um Flughäfen oder Menschenansammlungen führen würde.

cr/hf (dpa, rtr)