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Aktuell Nahost

Sicherheit "krass unzureichend"

Der tödliche Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hat erste Konsequenzen: Der für die Sicherheit des diplomatischen Personals zuständige Beamte ist zurückgetreten. Drei weitere Mitarbeiter sind gefeuert.

Das zerstörte US-Konsulat in Bengasi (Foto: dapd)

Bengasi Anschlag US Konsulat Libyen

Drei Monate lang hatte eine unabhängige Untersuchungskommission den Terrorangriff von Bengasi untersucht. Ihr Ergebnis ist vernichtend: Die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat seien "krass unzureichend" gewesen, heißt es in dem Bericht. Die Diplomaten hätten sich auf bewaffnete, "jedoch schlecht ausgebildete" örtliche Milizen verlassen müssen. Forderungen, den Schutz der Vertretungen in Bengasi und in der Hauptstadt Tripolis zu verstärken, seien "ignoriert" worden.

Bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi waren am 11. September vier US-Bürger getötet worden, darunter der Botschafter Chris Stevens. Der Vorfall wurde erst Tage später von der US-Regierung als gezielter Terrorangriff eingestuft. Zunächst hatte es geheißen, die Attacke habe sich aus spontanen Protesten gegen einen in den USA produzierten Schmähfilm über den Propheten Mohammed entwickelt.

"Scharfsinnige Analyse"

Diese Fehleinschätzung und die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen bei den US-Vertretungen in Libyen haben das State Departement und ihre Chefin, Außenministerin Hillary Clinton, in ernsthafte Bedrängnis gebracht. Clinton sollte an diesem Donnerstag vor zwei Kongressausschüssen dazu Rede und Antwort stehen. Doch sie hütet wegen einer Gehirnerschütterung diese Woche das Krankenbett und wird nun im Januar vor die Gremien treten - kurz bevor sie aus ihrem Amt ausscheidet.

US-Außenministerin Hillary Clinton, (Foto: dapd)

Im Januar gibt sie ihr Amt auf: US-Außenministerin Clinton

Clinton hatte den jetzt veröffentlichten Untersuchungsbericht zu dem Angriff im libyschen Bengasi selbst in Auftrag gegeben. Sie lobte die Studie als scharfsinnige Analyse und versprach, sie werde alle Empfehlungen annehmen. Einige Ratschläge seien bereits umgesetzt worden, um künftig mehr Schutz für US-Diplomaten im Ausland garantieren zu können.

"Rücktritte von Mitarbeitern reichen nicht aus"

Die Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, Ileana Ros-Lehtinen, machte einen Mangel an Führungsschwäche und Management für die Fehler verantwortlich, die zum Tod mehrerer Menschen geführt hätten. Die Regierung müsse weiterhin zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte die Republikanerin. Die Rücktritte von Ministeriumsmitarbeitern reichten nicht aus.

Als erstes hat der Sicherheitschef für den diplomatischen Dienst, Eric Boswell, seinen Posten geräumt. Drei weitere Beamte des Außenministeriums wurden vom Dienst suspendiert. Clintons Stellvertreter William Burns, der nun an ihrer Stelle vom Kongress befragt werden soll, sprach von "einigen sehr harten und schmerzhaften Lektionen", die man in Bengasi gelernt habe.

rb/haz/gd (afp, dapd, dpa, rtr)

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