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Sport

Sicherheit geht vor: Szenekundige Beamte aus Deutschland beim EM-Halbfinale in Basel

Rund um das Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei sind in Basel Polizeispezialisten im Einsatz. Deutsche szenekundige Beamte mischen sich unter die Fans.

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Fußball-EM 08: Wie schon in Österreich sind auch in der Schweiz gemischte Polizeikräfte im Einsatz.

Während der EM in Österreich und der Schweiz sorgen mehr als 43.000 Polizisten für größtmögliche Sicherheit, darunter sind auch ausländische Kräfte. Hier stellt die deutsche Polizei mit jeweils 850 Beamten in beiden Ländern das größte Kontingent. „Das was hier und auch in Österreich stattfindet, ist ein großes Polizeifest", meint Harry Kolbe, Sprecher der deutschen Delegation, in der 31 sich Kollegen spezialisiert haben. Sie begleiten zum Teil in Zivil im sogenannten SKB-Team „Szenekundige Beamte Deutschland" die Nationalmannschaft, wenn mit Problemfans zu rechen ist: „Bei der WM in Deutschland war eindeutig zu sehen, dass 98 Prozent der Fans friedfertig waren. Aber es gibt eben halt auch Gewalt am Rande von Großereignissen. Das hat Klagenfurt gezeigt."

Größere Zwischenfälle nur in Klagenfurt

In der Hauptstadt Kärntens war eine größere Gruppe deutscher Hooligans durch die Innenstadt marschiert und hatte rechtsradikale und fremdenfeindliche Parolen gegen polnische Fans skandiert. Bevor die Situation eskalierte, schritt die Polizei auch nach Hinweisen der szenekundigen Beamten ein und nahm 140 überwiegend deutsche Staatsbürger fest.

Deutsche Polizisten in Klagenfurt

Fußball-EM 2008: Deutsche Polizisten haben Fußball-Fans in Klagenfurt eingekesselt.

Die szenekundigen Beamten werden tätig unter dem Motto: Sehen und gesehen werden. Das bedeutet, dass sie ihre Klientel der Problemfans kennen. „Sie arbeiten hier in engen Teams zusammen mit den österreichischen und schweizerischen Kollegen, um genau diese Klientel zu erkennen, die durch das Sicherheitsnetz geschlüpft ist." Denn eigentlich sollten Problemfans spätestens an den Grenzen von der Einreise abgehalten werden. Doch auch zuvor schon wird in Deutschland einiges getan: Dort gibt es Gefährde-Ansprachen, Meldeauflagen und passbeschränkende Maßnahmen. „Die Fans", so Harry Kolbe, „sollen erkannt werden, sie sollen aus der Anonymität gerissen werden, um Gewalt schon im Keim zu ersticken."

Szenekundige Beamte sind Praxis erfahren

Die Beamten stehen unter Leitung der „Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze", mischen sich etwa auf den Fanmeilen in Basel unter die Leute und sind sehr Praxis erfahren. Sie kommen aus verschiedenen Spielstandorten, also von der Bundesliga bis in die vierte Liga, nämlich da, wo die Problemfans sind.

Deutsche Polizisten in Wien

Fußball-EM 08: Deutsche Fans und Polizisten in Wien.

Für Harry Kolbe und Kollegen hat die Arbeit auch einen emotionalen Faktor, ist man doch nah dran an den Fans und spürt etwa die Euphorie nach Siegen oder die Trauer nach Niederlagen direkt. Und dann ist da auch noch der Vorbildcharakter: „Man nimmt vor allem Dingen diese Form der europäischen polizeilichen Zusammenarbeit mit, die mittlerweile zum Standard gehört und die auch etwas aussagt über den europäischen Gedanken. Darüber wird nicht nur gesprochen, sondern innerhalb der Polizei tatsächlich praktiziert."