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Aktuell Welt

Showdown beim Klimagipfel

Nur noch wenige Stunden bis zu einer möglichen Einigung. Mit großen Worten warben die Gipfel-Chefs um Zustimmung für ein verbindliches Klimaabkommen.

Mit einer leidenschaftlichen Rede hat Laurent Fabius - Leiter der Weltklimakonferenz - bei den Gipfelteilnehmern um Zustimmung geworben: "Jetzt sind wir fast am Ende des Weges - und am Beginn eines neuen", sagte der französische Außenminister sichtlich bewegt im Plenum. Der vorgelegte Klimavertrag könne einen "Wendepunkt in der Geschichte" markieren, so Fabius. Mit eindringlichen Worten wandte sich auch der französische Präsident Francois Hollande an die Teilnehmer: "Es ist selten, dass es im Leben die Gelegenheit gibt, die Welt zu verändern. Sie haben diese Gelegenheit." Der 12. Dezember 2015 könne nicht nur ein historischer Tag sein, sondern ein großes Datum für die Menschheit, so Hollande. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Delegierten, dem finalen Entwurf über ein Klimaabkommen zuzustimmen: "Das Ende ist in Sicht, lasst uns nun die Arbeit beenden."

Nun haben die Delegierten ein paar Stunden Zeit, den Entwurf genau zu studieren. Dann soll bei einem weiteren Treffen über das Abkommen abgestimmt werden - wenn der Zeitplan sich nicht erneut verschiebt.

Ende der zähen Verhandlungen in Sicht

Seit zwei Wochen ringen Vertreter aus 195 Staaten in Le Bourget bei Paris unter anderem um ein globales Langfristziel zur Minderung von Treibhausgasen, einen Revisionsmechanismus zur Steigerung staatlicher Klimaschutz-Maßnahmen und um die Finanzierung von Klima-Hilfen für arme Staaten. Anders als das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll soll der Vertrag aber keine bindenden Ziele zur CO2-Reduktion für einzelne Staaten festschreiben. Stattdessen haben 186 Länder freiwillige Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz vorgelegt.

Wegen anhaltender Differenzen hatte Gastgeber Frankreich die Konferenz zuvor um einen Tag verlängert. In fieberhaften Gesprächen im kleinen Kreis suchten Minister und Unterhändler nach Kompromissen bei den heftig umstrittenen Kernpunkten. Offen ist, wie das Ziel, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen, erreicht werden soll. Mit den bisher vorgelegten nationalen Klimaschutzplänen würde die Temperatur auf der Erde um etwa 2,7 Grad steigen.

Aufstrebende Schwellenländer wollen vermeiden, künftig für finanzielle Hilfen im Kampf für den Klimaschutz zur Kasse gebeten zu werden. Indien sieht die alle fünf Jahre geplanten Nachbesserungen der nationalen Klimaschutzziele mit Skepsis. Generell gibt es heftige Differenzen rund um das Thema Finanzhilfen für Entwicklungsländer. Die beiden größten CO2-Verschmutzer Amerika und China bekräftigten aber, gemeinsam auf ein ehrgeiziges Klimaabkommen hinarbeiten zu wollen.


vk/wl/se (afp, dpa, epd)